Born With The USA

Bühne & Klassik // Artikel vom 03.10.2014

Nach 68 Jahren ist Schluss.

Die amerikanischen Streitkräfte verlassen Heidelberg. Damit wird sich eine Menge ändern: Die weitläufigen Kasernenflächen werden zum Konversionsgelände mit offener Zukunft, und auch im Alltag sind Leerstellen spürbar. Geschäftsleute haben ihre Kunden, Heidelberger ihre Nachbarn verloren – Lücken, die neu gefüllt werden müssen, und genau daran macht sich auch die Kultur.

Beim Theaterspektakel „Born With The USA“ erobern Anfang Oktober alle Sparten des Theaters das ehemalige US-Hospital und beleuchten die Beziehung zwischen Deutschland und den USA mit den Mitteln der Kultur – vom Konzert über Schauspiel, Performances und Ausstellungen bis hin zu Squaredance und Barbecue, angereichert durch ganz persönliche Geschichten, die die Heidelberger mit den Langzeit-Gästen aus den USA erlebt haben. Lothar Kittstein schrieb mit „Underground“ ein Auftragswerk für das gespenstisch leere Hospital, Nanine Linning kreierte die Krankenhausflur-Tanzperformance „60 Seconds“, Fassbinders „Amerikanischer Soldat“ von 1968 vermischt Gangsterfilm und Kriegsdrama und topaktuell ist das Whistleblower-Drama „Die Radikalisierung Bradley Mannings“.

Das Mosaik aus Einzelveranstaltungen lässt sich auf Rundgängen erleben: 600 Zuschauer werden in Gruppen à 30 Personen von Guides über das Areal geführt und sehen 4-6 einzelne Produktionen; zwei persönliche Favoriten lassen sich beim Kauf der Eintrittskarte angeben, zwei sind für alle Besucher gleich: das Filmmusik-Konzert „Golden Days – Hollywood in Heidelberg“ und die große Abschlussparade unter der Parole „Die Amis sind weg – but the show must go on!“. Ebenfalls ein Teil von „Born With The USA“, allerdings klassisch im Theatersaal, ist übrigens Thornton Wilders „Wir sind noch einmal davongekommen“ – Premiere ist am Fr, 26.9., 19.30 Uhr im Theater Heidelberg. -bes

3.-5.10., je ab 17 Uhr, US-Hospital-Gelände Heidelberg-Rohrbach, Info/Tickets Tel.: 06221/582 00 00

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