Der zerbrochne Krug

Bühne & Klassik // Artikel vom 22.04.2023

Der zerbrochne Krug (Foto: Arno Kohlem)

Bevor die Handlung beginnt, beschreibt Heinrich von Kleist in der Originalausgabe seiner Komödie „Der zerbrochne Krug“ die Szenerie auf einem Kupferstich.

Mit Richter, junger Frau und Bauernkerl sind die ProtagonistInnen der Story darauf vertreten. Darstellung und Beschreibung zeigen, wie unterschiedlich dieses Bild zu deuten ist. Auch im konkreten Fall der Gerichtsverhandlung haben zunächst Lügen und klug formulierte Ausflüchte Oberwasser, bis die Frau am Ende doch preisgibt, dass der Richter selbst sie nachts besucht und den Krug zerbrochen hat.

Eine Volkstheatergruppe überträgt die Deutungsmacht medialer Bilder von 1806 auf 2023: Auch im Internet behaupten Bilder, die Wahrheit darzustellen, schärfen Meinungen und Narrative. Was ist das – Wahrheit? Und wie können wir sie vielstimmig aushandeln – online, auf der Bühne, im „echten“ Leben? -fd

Premiere: Sa, 22.4.; Sa, 29.4., 19 Uhr, Staatstheater, Karlsruhe

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