Schwetzinger SWR Festspiele 2022

Bühne & Klassik // Artikel vom 06.12.2021

Schwetzinger SWR Festspiele (Foto: Elmar Witt)

Seit der Antike steht Arkadien als mystischer Ort der Sehnsucht und Freiheit.

In diesem Geiste ließ Kurfürst Karl Theodor im 18. Jh. das Schwetzinger Schloss mitsamt Park als Heimstatt der Aufklärung und Künste erbauen. Hier sollte die Kreativität florieren und insbesondere die Musik kam diesem Ideal mit der kurfürstlichen Hofkapelle und der Kompositionen der Mannheimer Schule nahe. Seit 1952 halten die „Schwetzinger SWR Festspiele“ das Erbe dieser kulturellen Blütezeit aufrecht.

Ihr 70. Jubiläum begehen sie mit mehreren großen Musiktheater-Produktionen: Das Ensemble Modern präsentiert zur Eröffnung die Uraufführung von „Kapitän Nemos Bibliothek“. Für diese Oper griff Johannes Kalitzke einen Roman von Per Olov Enquist auf, der von zwei bei der Geburt verwechselten Jungen erzählt (29.4./1.+2.5.). Mit „L’Isola d’Alcina“ von Giuseppe Gazzaniga kehrt eine humorvolle Oper nach 250 Jahren wieder nach Schwetzingen zurück (12./14./15.5.), aufgeführt von L’Arte del Mondo. Georg Anton Bendas „Medea“ ist eine große Erfolgsgeschichte, die auch Mozart schwer begeisterte. Das Ensemble La Stagione Frankfurt spielt die Fassung von 1784, szenisch eingerichtet von der Hörspiel-Regisseurin Iris Drögekamp (20.5.).

Mit dem Neuen Mannheimer Orchester aus Den Haag (30.4.) sowie Concerto Köln mit der Sopranistin Julia Lezhneva (25.5.) spüren zwei Konzerte der Musik der Mannheimer Schule nach. Artists In Residence in Schwetzingen sind die Geigerin Isabelle Faust und der Pianist Alexander Melnikov, die gleich mehrere Konzerte (Faust und Freunde: 11.5., Faust solo: 22.5., Faust und Melnikov: 24.5., Melnikov und Freunde: 26.5., Melnikov solo: 27.5.) bestreiten. Weitere Highlights sind das Kammermusik-Konzert mit einem Quartett um die Geigerin Antje Weithaas (6.5.), der Liederabend mit Christoph und Julian Prégardien (18.5.) und ein Mozart-Programm mit Klaus Maria Brandauer (Lesung) und dem Klavier-Duo Andreas Grau und Götz Schumacher (28.5.).

Die Reihe „Grenzgänge“ bringt MusikerInnen verschiedener kultureller Hintergründe zusammen, u.a. das Ensemble Constantinople um den iranisch-kanadischen Setar-Spieler Kiya Tabassian (30.4.) oder Avi Avital (Mandoline) und Giovanni Sollima (Cello) mit traditioneller Musik aus dem Mittelmeerraum (6.5.). Der Vorverkauf startet am 6.12., mehr unter www.swr-festspiele.de und Tel. 07221/92 92 42 00. -fd

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