ZeitGenuss-Festival 2020

Bühne & Klassik // Artikel vom 24.10.2020

Wolfgang Rihm (Foto: Privat)

Wolfgang Rihm ist nicht nur einer der bekanntesten lebenden Vertreter zeitgenössischer Musik, sondern auch seiner Heimatstadt Karlsruhe immer treu geblieben.

Nachdem ihm die „Europäischen Kulturtage“ 2012 ein ganzes Festival gewidmet haben, kuratiert der Komponist nun das Programm des „ZeitGenuss-Festivals“. Dabei stellt er seine eigene Musik in den Kontext anderer Werke. Lokale Größen sind ebenso vertreten wie renommierte Gäste und der musikalische Nachwuchs der HfM. Bestes Beispiel hierfür ist das Eröffnungskonzert, in dem Rihmsche Stücke auf Kompositionen seiner ehemaligen Schützlinge Kathrin A. Denner und Jan Esra Kuhl treffen (Do, 22.10., 19.30 Uhr, Christuskirche).

Bereits zuvor geben zwei SWR-Filmdokus Einblicke in Rihms Leben und Schaffen (16+17.30 Uhr, HfM, Wolfgang-Rihm-Forum). Aus den aktuellen Kompositionsklassen von Rihm und Markus Hechtle werden am Fr, 23.10. sechs Stücke uraufgeführt, gespielt vom Ensemble Tema (19.30 Uhr, Ev. Stadtkirche). Im Gespräch mit Ulrich Mosch liefert der Komponist tiefere Einblicke in sein Denken (Sa, 24.10., 11 Uhr, Rihm-Forum), bevor sich der Bariton Georg Nigl und Ilonka Heilingloh (Klavier) quer durch vier Jahrzehnte Rihmsches Liedschaffen singen (16 Uhr, Lutherkirche).

Einen noch weiteren Bogen spannen der Coro Piccolo Karlsruhe und seine renommierten Gäste wie Tianwa Yang (Violine), Lucas Fels (Cello), Martin Schmeding (Orgel) und Herbert Brandt (Schlagwerk), die sogar Rihms Teenager-Komposition „Fünf Betrachtungen über die Pietà“ (1968) neben u.a. der „Missa brevis“ von 2017 auf dem Tableau haben (19.30 Uhr, Ev. Stadtkirche). Gerade diese jahrzehnteübergreifenden Programme laden zu einem genaueren Hinhören ein, wie Rihm im Laufe der Zeit seinen zentralen musikalischen Fragestellungen immer wieder neue Aspekte abgewinnt.

Im 2. Sinfoniekonzert der Badischen Staatskapelle findet sich Rihms Orchesterstück „Gejagte Form“ neben Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 und Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie wieder (So, 25.10., 11+15 Uhr, Staatstheater, Großes Haus). Beim Abschlusskonzert kommentiert der Komponist selbst die Werke des Abends, die neben ihm von seinen mittlerweile fest etablierten SchülerInnen Markus Hechtle, Rebecca Saunders, Vito Zuraj und Marton Illés stammen (So, 25.10., 18 Uhr, HfM, Rihm-Forum). Infos zur Ticket-Situation unter www.hfm.eu. -fd

24.-28.10., Hochschule für Musik & andere Orte in Karlsruhe

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