Clubkultur Part II

Clubkultur // Artikel vom 15.10.2008

Zunächst möchte ich mich sehr bei den vielen Kommentatoren bedanken, die der Absicht meiner Glosse in INKA 40 gefolgt sind und eine im INKA so noch nie losgetretene Diskussion eröffnet haben.

Leider scheinen einige überlesen zu haben, dass sie mit der Mood Lounge, dem Radio Oriente und dem Café Nun begann, um dann auch die elektronischen Clubs miteinzubeziehen. Von erschreckendem Niveau – leider nicht nur wegen des Satzes „der Autor des Artikels gehört erschossen“ – waren dagegen die Kommentare auf der Web-Plattform für elektronische Musik, „dein plan b“.

Allerdings war den Kommentaren dort abzulesen, dass sich die Verfasser im Umfeld von Locations wie Rock & Rollbar/Culteum bewegen. Auch Clubbetreiber (Creed) meldeten sich per Mail und wiesen darauf hin, ihre Erfahrungen seien andere und sie hätten durchaus auch Publikum aus München oder Frankfurt. Lösungen der angesprochenen Themen hatte allerdings keiner parat.

Wir werden dazu in den kommenden Ausgaben Vorschläge präsentieren, denn die konkret angesprochenen Problematiken sind für mich Fakt. Dennoch: Es hat sich in KA viel getan – und INKA wird das, logischerweise, weiter unterstützen.

Es gilt aber auch, das Überleben von Läden wie der Alten Hackerei, dem Kohi, dem Erdbeermund, dem Café Nun, dem Radio Oriente, dem Carambolage, dem Gotec oder der Stadtmitte zu sichern. Nur auf diesem Humus, der es im Vergleich zu geförderten Musikclubs sowieso extrem schwer hat, weil er keine Fördermittel und nur eingeschränkte Werbemöglichkeiten hat, kann sich ja der „wahre Underground“ entfalten.

Wer sich durch die in INKA 40 angesprochenen Geschichten gnadenlos Wettbewerbsvorteile verschafft, ist deshalb keiner aus dem „Abenteuerland“, sondern schaufelt als Raubtierkapitalist im subkulturellen Schafspelz fleißig am Offkultur-Grab.

Roger Waltz

Karlsruhes Clubszene im Umbruch

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