Shahrokh Dini im INKA-Interview

Clubkultur // Artikel vom 13.03.2008

Seit nun sechs Jahren sorgt die mehrfach mit Preisen der Popakademie ausgezeichnete Mood Lounge von Shahrokh Dini für ein großstädtisches Flair in der Karlsruher City.

Von Clubkultur wird hier nicht nur gefaselt, sie wird auch gelebt. Roger Waltz sprach mit DJ Shahrokh über aktuelle Probleme, seine neue CD und die große "Mood Goes Nu Mensa"-Party am 5. April, die in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Karlsruhe in der Moltkestraße stattfindet.

INKA: Zuletzt machten Gerüchte die Runde, die Mood Lounge würde schließen. Was ist denn da dran?

Shahrokh Dini: Auch wenn ich den Club bis ins kleinste Detail liebe, es war eine ernsthafte Überlegung für den Fall, dass sich die Besucherzahlen nicht verbessern sollten. Das Mood-Publikum erlebt einen Generationswechsel, da viele schon Kinder und Familie haben und andere nur noch selten und gezielt weggehen. Es gibt ja leider keine Underground-Club-Szene in Karlsruhe, die sich jedes Wochenende trifft. Das heißt also zweimal ins Mood, vielleicht zweimal diverse Parties, mal ins Kino oder essen gehen. Es ist aber auch ein Medienproblem. Sender wie MTV oder VIVA haben früher auch neue elektronische Musik gespielt. Dort läuft ja fast keine Musik mehr.

INKA: Haben sich die Besucherzahlen durch die Raucherlounge verbessert?

Shahrokh: Das kann man so sagen. Falls das so bleiben sollte, werde ich wohl auch weitermachen. Der Tanzbereich bleibt aber weiter rauchfrei, was unterm Strich ja allen zugute kommt.

INKA: Du hast zuletzt immer mehr Minimal-DJs eine Plattform geboten. Wie kommt's?

Shahrokh: Das kam ja aus Berlin, Frankfurt und Köln, dort ebbt die Entwicklung ab. Das Publikum in Karlsruhe hat aber immer noch einen großen Nachholbedarf, und dafür fühle ich mich mit verantwortlich. Die DJs sind meist sehr engagiert, und es gefällt mir persönlich auch viel besser, als 10.000 mal auf Bob Sinclair oder Prince zu tanzen und so zu tun, als ob die Platte erst gestern rauskam.

INKA: Wie ist denn eigentlich das Verhältnis von Local-Nights bei dir und von Gastbookings? Zuletzt waren große Namen fast nur noch bei Parties im ZKM oder der Uni zu erleben...

Shahrokh: Das kommt einfach daher, dass die großen Namen immer teurer werden und sich in einem so kleinen Club unmöglich rechnen, weil Eintrittsgelder von ca. 8 oder 10 Euro für viele scheinbar ein Drama sind. Was nicht heißt, dass wir nicht trotzdem mindestens einmal im Monat ein so genanntes Highlight bieten.

INKA: Mit der neuen Mensa hast du erneut eine superschöne Location für die Party am 5.4. an Land gezogen. Was ist dort geboten?

Shahrokh: Die Architektur der neuen Mensa ist wirklich unglaublich. Außer dem Münchner DJ Herbie wird nach langer Karlsruhe-Pause auch endlich mal wieder Rainer Trüby auflegen, ich bin auch mit von der Partie. Wir werden auf zwei Ebenen und auf der riesigen Dachterrasse als Open-Air-Lounge – ein Traum bei gutem Wetter – feiern. Dieses schöne Gebäude, das für Karlsruhe einen absoluten Gewinn darstellt, ist alleine schon ein Grund, zu kommen!

INKA: Wie sind deine weiteren Pläne für 2008?

Shahrokh: Das "mood goes picnic"-Open-Air im Schlachthof wird mit erweitertem Konzept und besseren Sanitäranlagen fortgesetzt, ebenso die erfolgreichen Events im ZKM bzw. der HfG und im Studentenhaus.

INKA: Was macht eigentlich euer Album bei Compost? Bislang ist ja ausschließlich Vinyl erschienen...

Shahrokh: Diese Black-Label-Maxis laufen sehr gut, auch international. Das Album mit dem Arbeitstitel "minimal to maximal", an dem ich mit meinem Partner Andreas Köhler arbeite, soll bis 27. März im Kasten sein und wird dann auf der "Miami Music Winter Conference" präsentiert. Es erscheint im Mai. Musikalisch bieten wir einen Mix aus Jazz, House, Electro bis hin zu Minimal mit vielen Gastvocals: In Berlin habe ich die fantastische schwedische Sängerin Siri Svegler entdeckt, auch Robert Owens ist dabei.

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