11. Karlsruher Stummfilmtage

Kino & Film // Artikel vom 11.03.2013

Um das Werk eines Fritz Lang einigermaßen adäquat abzubilden, reicht ein Festivalwochenende nicht aus.

Nachdem seine Stars beim Jubiläum im Mittelpunkt stehen durften, wenden sich die „Karlsruher Stummfilmtage“ ein weiteres Mal dem einflussreichen Regisseur und Drehbuchautor zu. „Fritz Lang – Cineast“ lautet das Motto der elften Auflage und gleich zum Start läuft, was 2012 ganz bewusst ausgespart wurde: der ins Weltkulturerbe aufgenommene „Metropolis“ (Do, 14.3., 19 Uhr). Und das Warten hat sich gelohnt! Dieses bildgewaltige Meisterwerk bekommt mit seinem Aufführungsort, dem Lichthof der HfG, und der Fabrikatmosphäre, die den Film über weite Teile prägt, Gesamtkunstwerkcharakter. Zu sehen ist die restaurierte 2010er-Fassung, live begleitet vom Kammerensemble Felix Treiber, das Gottfried Huppertz’ Originalmusik spielt.

Außerdem stehen Langs frühe Filme „Das wandernde Bild“ (Sa, 16.3., 15 Uhr) und „Kämpfende Herzen“ (Sa, 16.3., 17 Uhr, jeweils ZKM-Medientheater, Musik: Aljoscha-Zimmermann-Ensemble) auf dem Spielplan. Weiterhin beschränken sich die Veranstalter, der Verein Déjà Vu Film und die Karlsruher Kinemathek, nicht auf Langs Regie-Arbeiten; zuvor verfasste er auch einige Drehbücher, etwa zu „Die Pest in Florenz“ (Fr, 15.3., 16 Uhr, ZKM-Medientheater, Musik: Tintinambula Ensemble) und „Hilde Warren und der Tod“ (So, 17.3., 11 Uhr, Studentenhaus, Musik: Gaël Mevel). Auf sein künstlerisches Umfeld zielt das Melodram „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna“ (Fr, 15.3., 19 Uhr, ZKM-Medientheater, Musik: Gabriel Thibaudeau) mit Brigitte Helm in der weiblichen Hauptrolle, die nach „Metropolis“ gefeierter Star war.

Zum Abschluss gibt’s Langs letzten Stummfilm, der als genreprägend angesehene Science-Fiction „Frau im Mond“ (So, 17.3., 20.30 Uhr, Studentenhaus, Musik: Andreas Benz). Ein auf Wild konzentriertes Menü tischt das „Kulinarische Kino“ zu Allan Dwans „Robin Hood“ (Sa, 16.3, 19.30 Uhr, Studentenhaus, Musik: Frieder Egri) auf und im Kinderprogramm ist der österreichische Stummfilm „Kalif Storch“ (So, 17.3., 15 Uhr, ZKM-Medientheater, Musik: Cornelia Brugger) nach der Erzählung von Wilhelm Hauff angesetzt. Das Partnerprogramm mit dem französischen Festival in Anères zeigt Jacques Feyders „Die neuen Herren“ (So, 17.3., 17.30 Uhr, ZKM-Medientheater, Musik: Kraus Frink Percussion); beim vergangenes Jahr ebenfalls eingeführten „Filmkonzert“ begleitet das Ensemble Tema mit Musik, die Bernd Thewes eigens für Carl Theodor Dreyers „Die Gezeichneten“ (Sa, 16.3., 20 Uhr, ZKM-Medientheater) komponiert hat.

Und weil künftig nahezu jährlich ein berühmter Film 100. Geburtstag feiert, wird der Eintritt in den erlauchten Kreis ab sofort regelmäßig gewürdigt. Den Anfang machen die ersten beiden Superschurken-Filme der „Fantômas“-Reihe (Sa, 16.3., 22.30 Uhr, ZKM-Medientheater, Musik: Gabriel Thibaudeau) von Louis Feuillade. Ein weiteres neues Format ist der „Kultfilm“: Giorgio Moroders beschleunigte, knallig kolorierte und mit modernem Sound unterlegte „Metropolis“-Bearbeitung (Fr, 15.3., 22 Uhr, Studentenhaus), die 1984 ähnlich umstritten war wie die Originalfassung 57 Jahre zuvor. -pat

Do-So, 14.-17.3., Studentenhaus, HfG u. ZKM, Karlsruhe
karlsruher-stummfilmtage.de

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