14. Stummfilm-Festival Karlsruhe

Kino & Film // Artikel vom 09.03.2016

Für Emotionen ist Film das Darstellungsmedium schlechthin.

Auch lange bevor die Bilder sprechen lernten, wie das Karlsruher „Stummfilm-Festival“ unter dem Leitthema „Kino der Leidenschaften“ zeigt. Dabei spielen naturgemäß Love Storys die zentrale Rolle und gleich zur Eröffnung läuft eine der berühmtesten „Amour fou“-Geschichten: Ernst Lubitschs „Carmen“ (Mi, 9.3., 19 Uhr, Studentenhaus, Musik: Gabriel Thibaudeau/Isabelle Sajot) mit Pola Negri. Eine klassische Ménage à trois offenen und unsozialistischen Ausgangs ist der russische Beitrag „Dritte Meschtschanskajastraße“ (Sa, 12.3., 22.30 Uhr, ZKM, Musik: Frieder Egri), auch Giovanni Pastrones modern-avantgardistischer „100 Jahres“-Jubilar „Il fuoco“ (Do, 10.3., 21.30 Uhr, Kinemathek, Musik: Gabriel Thibaudeau) lässt die Gefühle hochkochen, während sich Charles Bryants biblisch inspirierte „Comtesse Charlotte Salome“ (Fr, 11.3., 22 Uhr, Studentenhaus, Musik: Halil Kekilli Ensemble) ihrer sexuellen Identität nicht sicher ist.

Weniger exaltiert geht es in zwei Filmen mit Marlene Dietrich zu, die schon vor ihrem Durchbruch mit „Der blaue Engel“ als Hauptdarstellerin in Erscheinung getreten ist – wie in „Die Frau, nach der man sich sehnt“ (So, 13.3., 17 Uhr, ZKM, Musik: Cornelia Brugger/Capella Obscura) des Melodram-Spezialisten Kurt Bernhardt und der Operette „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ (Fr, 11.3., 19.30 Uhr, Studentenhaus, Musik: Frieder Egri). Welche Schwerpunkte das Menü beim „Kulinarischen Kino“ haben wird, lässt sich an Lubitschs „Austernprinzessin“ (Sa, 12.3., 19.30 Uhr, Studentenhaus, Musik: Stephen Horne) ablesen und in Kooperation mit den „Karlsruher Wochen gegen den Rassismus“ gibt’s „Intoleranz“ (Sa, 12.3., 15 Uhr, ZKM, Musik: Andreas Benz), David W. Griffith’ pazifistischer „Love’s Struggle Throughout The Ages“ aus dem Jahr 1916, der zu den Stummfilmmeisterwerken zählt.

Das „Filmkonzert“ spielt Walter Ruttmanns vom Tagesanbruch bis in die Nacht hineinreichenden „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ (Sa, 12.3., 20.30 Uhr, Musik: Kammerflimmer Kollektief); im „Kinderkino“ (So, 13.3., 15 Uhr, Studentenhaus, Musik: Kons-Kinderensembles) sind diverse Kurzfilme angesagt und schließlich sorgt das veranstaltende Déjà-Vu-Team um den Künstlerischen Leiter Josef Jünger für gleich zwei Nova: Erstmals wurde mit „The Pleasure Garden“ (So, 13.3., 20.30 Uhr, ZKM, Musik: Karlsruher Improvisationsensemble) ein Hitchcock-Stummfilm ins Programm genommen, der schon seines deutschen Titels „Im Irrgarten der Leidenschaft“ wegen nicht fehlen darf. Außerdem vertont Ichiro Kataoka, einer der bekanntesten Filmerzähler, zusammen mit der Karlsruher Pianistin Reiko Emura den japanischen „Jirokichi, die Ratte“ (Do, 10.3., 19 Uhr, Studentenhaus) über einen kleinkriminellen Schürzenjäger. -pat

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