27. Pride Pictures – Queer Film Festival

Kino & Film // Artikel vom 19.10.2020

27. Pride Pictures

Auf Couch-Kino setzt die 27. Auflage des queeren Karlsruher Filmfestivals.

Eine Woche lang werden 13 Filme gezeigt, die aus Corona-Gründen ausschließlich online laufen; am Wochenende eröffnen die thematisch geblockten Kurzfilmprogramme „Courageous, Empowered, Proud“ (Fr), „Ambitious, Funny, Provocative“ (Sa) und „Daring, Captivating, Political“ (So, je 18 Uhr) den Kino-Abend. Zu den Beiträgen ist jede Menge Bonusmaterial abrufbar, ein Video leitet das „Pride Pictures“-Publikum durchs Onlinefestival, das sich global wie historisch den queeren Lebenswelten zuwendet. -fk

As We Danced – Als wir tanzten (Mo, 19.10., 20 Uhr)
Der Eröffnungsfilm hat in seinem Produktionsland für heftige Auseinandersetzungen gesorgt. Das Kurzfilm-Liebesdrama zweier georgischer Tänzer wurde nicht nur von homophoben Gesellschaftsteilen als Angriff auf eigene Wertvorstellungen gewertet.

Dear Freddy (Di, 20.10., 18 Uhr)
Während der NS-Zeit, im Ghetto und sogar in Ausschwitz gelang es dem offen schwulen Juden Freddy Hirsch, Kindern und Jugendlichen glückliche Momente zu bescheren. Der Film versucht, mit Interviews, Archivmaterial und Animationen seinen plötzlichen Tod zu ergründen.

Meu Nomé Bagdá (Di, 20.10., 20 Uhr)
Die junge Brasilianerin Bagdá verbringt die meiste Zeit im Park. Die Begegnung mit einer Gruppe Skaterinnen setzt eine Geschichte über Solidarität und das Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit in einer Machogesellschaft in Gang.

Transkids (Mi, 21.10., 18 Uhr)
Die Dokumentation begleitet israelische Transkids über Jahre auf ihrem Weg zur eigenen Geschlechtsidentität. Tiefgründig werden soziale, emotionale und physische Herausforderungen beleuchtet, denen sich Jugendliche und ihre Familien auf diesem Weg gegenübersehen.

Charlatan (Mi, 21.10., 20 Uhr)
Unkonventionelles Individuum trifft auf die wechselvolle politische Geschichte der Tschechoslowakei. Eine Mischung aus moralischer Suche und queerer Romantik liefert diese Geschichte des tschechischen Glaubensheilers Jan Mikolášek.

Port Authority (Do, 22.10., 18 Uhr)
Der u.a. von Martin Scorsese produzierte Film erzählt von einem gestrandeten Obdachlosen, einer faszinierenden Tänzerin und vielen Verstrickungen. Fragen von Identität und Geschlecht und die unweigerlichen Komplikationen zeichnen die Gegenwart der queeren Szene New Yorks.

Suk Suk (Do, 22.10., 20 Uhr)
Auch ältere Menschen sind homosexuell – immer zwischen der Angst, entdeckt zu werden und dem Gefühl, etwas verpasst zu haben, schwankt diese Geschichte über die späte Sehnsucht nach Glück.

Deux (Fr, 23.10., 20 Uhr)
Nina und Madeleine leben ihre Liebe im Verborgenen einer französischen Kleinstadt. Ein plötzlicher Zwischenfall durchkreuzt die gemeinsamen Zukunftspläne. Das Kammerspiel balanciert zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Zärtlichkeit und dem Kampf für selbstbestimmte Zweisamkeit.

Welcome To Chechnya (Sa, 24.10., 20 Uhr)
Über Jahre wurden Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft in Tschetschenien verhaftet, gefoltert oder gar getötet. Die Dokumentation mit Handyaufnahmen und Betroffenen-Interviews ist eine bewegende Anklage gegen die Massenverfolgung queerer Menschen.

Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR (So, 25.10., 20 Uhr)
Der Dokumentarfilm begleitet sechs Protagonistinnen bei ihrem Kampf um Selbstbestimmung in der sozialistischen Republik. Ein mal trauriger, mal erheiternder Blick aus lesbischer Perspektive auf die DDR.

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