29. Pride Pictures – Queer Film Festival

Kino & Film // Artikel vom 24.10.2022

Swan Song

Lesbische, schwule, trans-, inter- und bisexuelle Geschichten in all ihren Facetten versammelt das Filmfestival „Pride Pictures“ zum 29. Mal auf der Kinoleinwand.

Zu sehen sind elf internationale Spielfilme und die drei themenbezogenen Kurzfilmprogramme „(Ohne) Kompass“ (Mo), „Beziehungsweise“ (Fr) und „Abschied & Willkommen“ (Sa, jeweils 18 Uhr); einen Schwerpunkt bilden politische und dokumentarische Filme, die das Veranstalterteam aus Festivaleinreichungen und anderen Produktionen der vergangenen zwei Jahre kuratiert hat.

Eine Sonderempfehlung geht an die Coming-of-Age-Geschichte der beiden HIV-infizierten kasachischen Teenagerinnen Ardak und Zhanna, die in „Balaban“ (Mi, 18 Uhr) alles für ihren Lebenstraum geben, gemeinsam nach Paris zu reisen. Ein sensibel-mitfühlendes Porträt einer Transfrau, die versucht, in einem zweigeschlechtlichen System zu leben, ist „My Emptiness And I“ (Di, 18 Uhr).

„Swan Song“ (Fr, 20.15 Uhr) mit Udo Kier als pensioniertem Friseur, der aus dem Pflegeheim ausbüxt, als er erfährt, dass eine ehemalige Kundin ihren allerletzten Schnitt benötigt, wirft einen liebevollen Blick auf die verschwindende schwule US-Kultur und zeigt obendrein, wie man das eigene Ich wieder zum Funkeln bringt. An ein schmerzliches Kapitel wagt sich zur Eröffnung das wichtige Erinnerungskulturdrama „Große Freiheit“ (Mo, 20.15 Uhr), in dem Hauptdarsteller Franz Rogowski einen ganz starken Auftritt hinlegt: die Homosexualität in der bundesdeutschen Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkrieg bis 1969.

Diversität und Queerness hochleben lassen kann man auf der „Pre-Opening-Party“ (Sa, 22.10., 22 Uhr, Alte Hackerei) und ebenfalls vor Festivalstart wird in Koop mit dem Jungen Staatstheater bei der Podiumsdiskussion „Die Falle der Sichtbarkeit“ (So, 23.10., 19 Uhr, Insel, Eintritt frei) über die Verantwortung der Kulturmedien wie Film und Theater hinsichtlich ihrer Darstellung geschlechtlicher Vielfalt gesprochen. -pat

Mo-So, 24.-30.10., Kinemathek, Karlsruhe, komplettes Programm:
www.pridepictures.de

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