Der Pate III: Der Tod von Michael Corleone

Kino & Film // Artikel vom 05.02.2021

Hollywood (Foto: pixabay.com)

Wenn es darum geht, den besten Film aller Zeiten zu küren, dann war die Wahl lange Zeit relativ eindeutig.

Orson Welles Meisterwerk „Citizen Kane“ kletterte verlässlich auf die Spitze der Filmcharts. Doch spätestens seit den 1970er Jahren gilt unter Filmfreunden ein Film als die klare Nummer eins. Es handelt sich dabei um Francis Ford Coppolas „Der Pate“. Der Streifen mit Marlon Brando und Al Pacino in den Hauptrollen war eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mario Puzzo. Seit er die Kinos dieser Welt eroberte, streiten Kritiker nur noch darüber, ob der erste oder doch der zweite Teil des Mafia-Epos als der beste Film aller Zeiten angesehen werden muss. In einer Zeit, in der das Kino eine Zwangspause eingelegt hat, weckt „Der Pate III“ Erinnerungen an eine bessere Zeit.

Hollywood sucht das Comeback

Filmfans warten nun schon seit Monaten auf den Kinostart zahlreicher Blockbuster. Zwar versuchte Christopher Nolan mit seinem Film „Tenet“ das schier Unmögliche, doch der Erfolg des im Sommer gestarteten Films erreichte nicht jene Dimensionen, die man von seinen Werken gewohnt war. Kein Wunder also, dass sich die großen Hollywood-Studios dazu entschlossen, ihre Premieren zu verschieben. Die großen Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rückkehr des Kinofilms lagen wieder einmal auf den Schultern von James Bond.

Der letzte Auftritt von Daniel Craig als britischer Geheimagent im Streifen „No Time To Die“ sollte eigentlich das weltweite Comeback des Kinos einläuten. Schließlich wollte der Engländer seine nun schon 15 Jahre andauernde Karriere als James Bond mit einem Big Bang beenden. Sein Debüt in „Casino Royale“ überraschte damals Freund und Feind und entwickelte sich zu einem Superhit. Die Story war zwar wie immer wenig realistisch, doch sogar die Poker-Szenen im Film sorgten für Spannung. Das möchte Craig am Ende seiner Karriere noch einmal toppen, doch daraus wird vorerst nichts. Der Kinostart wurde soeben neuerlich verschoben, die Filmfans müssen weiterhin auf das berauschende Erlebnis der großen Leinwand warten. „Der Pate III“ verspricht die filmische Rückkehr in eine Zeit, in der Filme noch die Unterhaltungsbranche dominierten.

Neuer Titel, neues Ende

Als sich Francis Ford Coppola im Jahr 1990 dazu entschloss einen dritten Paten zu drehen, schossen die Erwartungen in den Himmel. Doch die Produktion stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Coppola realisierte den Film ausschließlich des Geldes wegen. Als Winona Ryder kurzfristig absagte, besetzte er ihre Rolle kurzerhand mit Sofia Coppola. Diese entwickelte sich Jahre später zu einer angesehenen Regisseurin, doch damals hassten sie die Kritiker. Die zahlreichen szenischen Referenzen an die beiden ersten Teile kamen gar nicht gut an. Der Film konnte bei Veröffentlichung den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Während die Kritik den Streifen einhellig ablehnte, waren die Fans in ihrer Meinung durchaus gespalten. Ähnlich wie schon bei Steven Spielbergs „Oscar“-nominierter Parodie „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ stritten sie über die Qualität. Auch dieser Film bedeutete für seine Hauptdarsteller den Beginn einer großen Karriere. Al Pacino startete mit „Der Pate“ seine jahrzehntelange Karriere.

Nun entschloss sich der Regisseur also überraschend zu einer neuen Fassung. Damit versuchte Coppola nicht nur die Kritiker zu versöhnen, sondern öffnete durch den neuen Schluss sogar die Möglichkeit einer neuerlichen Fortsetzung. Doch wer nun auf zahlreiche neue, bisher nicht gezeigte Szenen, gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Regisseur verpasste dem Film einen neuen Titel und schnitt zahlreiche Szenen um. Darunter befindet sich auch das Finale des Films, das bisher eine Fortsetzung in der gewohnten Form ausgeschlossen hatte. Die Musik wurde neu arrangiert, die Reihenfolge einiger Szenen geändert und gleichzeitig das vorhandene Bildmaterial überarbeitet und restauriert. Nun erstrahlt „Der Pate III“ unter seinem neuen, laut Coppola ursprünglich geplanten Namen „Der Tod des Michael Corleone“ in neuem Glanz. Ende des Jahres lief der Film in ausgewählten Kinos und einige Tage später bereits bei den großen Streaming-Plattformen an.

Jetzt können sich Filmfans selbst ein Bild davon machen, ob der Plan von Francis Ford Coppola aufgegangen ist. Die Tür zu einer weiteren Fortsetzung bleibt jedenfalls offen. Andy Garcia, der die Rolle des Familienoberhaupts von Al Pacino übernimmt, zeigt sich jedenfalls in ersten Interviews bereit dazu. Coppola selbst hat bereits ausgeschlossen selbst Regie zu führen. Er würde sich im Fall des Falls lediglich auf die Rolle des Produzenten zurückziehen. Stoff dazu gäbe es genug, dieser war bereits zum Kinostart von „Der Pate III“ vorhanden. Ob es jedoch jemals dazu kommen wird, steht in den Sternen.

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