Dokka 2

Kino & Film // Artikel vom 01.06.2015

Deutschlands erstes Dokumentarfestival geht in seine zweite Runde.

Mit der Kombination aus filmischen, akustischen und installativen Arbeiten stellte das von „Dokka“-Vereinsvorstand Nils Menrad initiierte Festival vergangenes Jahr ein Novum dar; diesmal experimentiert man auch mit Performances. Im Hinblick auf das 300-tägige ZKM-Kunstereignis „Globale“ untersucht „Dokka 2“ schwerpunktmäßig die gesellschaftlichen Auswirkungen der digitalen Revolution, Fragen demokratischer Veränderung oder auch die Vielzahl an kulturellen Strömungen; der zweite Programmfokus liegt auf dem Thema „Recht und Gerechtigkeit“ zwischen sozialer Ungleichheit und kriegsbedingter Migration. Eröffnet wird das fünftägige Festival mit dem filmischen Porträt „Am Kölnberg“ (Di, 2.6., 19 Uhr, Studio 3), in welchem Robin Humboldt und Laurentia Genske die Bewohner einer Kölner Hochhaussiedlung über zwei Jahre durch Höhen und Tiefen, Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Prostitution begleiten.

An den folgenden Tagen startet die „Dokka“-Mischung aus Hördokus, Installationen und Dokumentarfilmen dann täglich gegen 13 Uhr: „Austerität tötet“ (Mi, 3.6., 13 Uhr, Studio 3) belegt, wie die Politik des Schuldenabbaus humanitäre Katastrophen heraufbeschwört; ein weiteres Radiofeature ist „Die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls“ (Fr, 5.6., 14.30 Uhr, Studio 3) von Margot Overath, die den mysteriösen Umständen des 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Sierra Leoners Oury Jalloh nachgeht; mit „Hier sprach der Preis“ (Fr, 5.6., 19 Uhr, Studio 3) verfolgt Sabrina Jägers Kamera auf tragisch-humorvolle Weise die letzten Wochen des insolventen Bruchsaler Praktiker-Baumarktes und in der französischen Produktion „A mots couverts / Shades Of True“ (Do, 4.6., 19 Uhr, Studio 3) begeben sich Alexandre Westphal und Violaine Baraduc zehn Jahre nach dem Genozid ins ruandische Frauengefängnis.

Ebenfalls ein Must-see: die „Hans Schaden Revue“ (Mi, 3.6., 21.15 Uhr; Finissage So, 7.6., 14 Uhr, U-Max), eine Mischung aus Performance und Ausstellung von HfG-Absolvent David Loscher. Nach jeder Vorführung steht ein ausführliches Gespräch mit den Filmemachern, Autoren und Künstlern im „Dokka“-Zelt vor dem Kino an. Den Abschluss des Festivals bildet die Preisverleihung (Sa, 6.6., 21.30 Uhr, Studio 3) samt sich anschließender Party und DJ Monsieur U (22 Uhr, Hintere Kaiserpassage). Die unabhängige Jury vergibt dabei den „Dokka-Preis für die beste dokumentarische Arbeit“, den mit einer SWR2-Ausstrahlung verbundenen „Dokka-Preis für die ausgezeichnete Hördokumentation“, den von Digital Cinema Mastering aus Karlsruhe gespendeten „Dokka-Förderpreis Dokumentarfilm“, der die Herstellung einer digitalen Kinokopie beinhaltet, und den vom ZKM gestifteten „Dokka-Preis der Globale“. Eine ausgewählte Preisträgerarbeit wird beim neu eingeführten Sonntags-Screening (7.6., 19 Uhr, Studio 3) wiederholt. -pat

Di-So, 2.-7.6., Kinemathek/Prinz-Max-Palais, Karlsruhe
www.dokka.de
www.facebook.com/dokumentarfestival

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 6 und 9?

WEITERE KINO & FILM-ARTIKEL





Kino & Film // Tagestipp vom 05.02.2021

Wenn es darum geht, den besten Film aller Zeiten zu küren, dann war die Wahl lange Zeit relativ eindeutig.





Kino & Film // Tagestipp vom 18.01.2021

Im deutschsprachigen Raum darf man sich 2021 wieder auf einen weiteren Film aus der Krimi-Reihe freuen, die nach den Büchern von Rita Falk entstanden sind.





Kino & Film // Tagestipp vom 28.10.2020

Ein neuer Film von Edmund Kuppel feiert Weltpremiere.





Kino & Film // Tagestipp vom 22.10.2020

Schon mit seinem Erstlingswerk „Enge“ wurde Kantemir Balagov 2017 in Cannes als neues Wunderkind gefeiert.





Kino & Film // Tagestipp vom 19.10.2020

Auf Couch-Kino setzt die 27. Auflage des queeren Karlsruher Filmfestivals.





Kino & Film // Tagestipp vom 17.10.2020

1965 unternahm Günter Brus seinen berühmten Wiener Spaziergang.