Filmsaison in Karlsruhe: Von Ozeanliebhabern & Dokumentarfilmen

Kino & Film // Artikel vom 13.02.2020

Wellen (Foto: Pexels)

Den Wind im Gesicht, Salz auf der Haut.

Am 21.3. macht die „International Ocean Film Tour“ Halt im Konzerthaus Karlsruhe und bildet den Auftakt zur Filmfestivalsaison. Anschließend zeigt das „Dokka“-Dokumentarfilmfestival (20.-24.5.) bewegende Geschichten aus aller Welt, die zu Recht einen Platz auf der Leinwand finden.

Die siebte Ausgabe der „Ocean Film Tour“ geht wieder auf weltweite Tournee. U.a. führt es das Festival nach Dänemark, Frankreich, Portugal, Norwegen, Spanien und sogar in die USA. Die Faszination für Wellensport und das Meeresrauschen lädt alle Ocean Lover ein, Teil eines wundervollen Events zu sein. Atemberaubende Dokus und spannende Einblicke liefern die fünf Beiträge, die in diesem Jahr auf Tour über den Globus gehen. Am Sa, 21.3. taucht das Konzerthaus Karlsruhe in die Fluten ein und holt ein weiteres Filmfestival in die Stadt.

Die „Ocean Film Tour“ ist ein echtes Highlight, das Kino und Eventcharakter miteinander verbindet. Denn nicht nur die Filme an sich bringen die Gäste zusammen, sondern auch das Wissen, unter Gleichgesinnten zu sein. Die Faszination des Meeres und die Weite des Ozeans verzaubern alle, die bei den Screenings der Filme Platz nehmen. In diesem Jahr haben die Veranstalter eine einzigartige Auswahl an Beiträgen getroffen: So bilden „Maiden“, „Unstoppable“, „The Armstrongs“, „Dean Goes Surfing“ und „Diving Deep – The Life And Times Of Mike deGruy“ das diesjährige Programm. Allen voran zählt die Doku „Maiden“ zu den ganz besonderen Beiträgen in diesem Jahr. Diese erzählt vom Traum der jungen Tracy, die nur einen Wunsch hatte: die Teilnahme am Whitebread Round The Word Race. Allerdings hat sie weder Crew, noch ein Boot und die Dominanz der Männer im Segelsport war Ende der 80er Jahre noch weit von der Gleichberechtigung entfernt. Der Weg zur Erfüllung ihres Vorhabens ist Dreh- und Angelpunkt der mitreißenden Doku, die heute wichtiger denn je erscheint.

Historische Bezüge

Dass die Karlsruher ein Herz für Filme haben, wird bereits wenige Monate später deutlich: Am Mi, 20.5. startet das siebte „Dokka“-Dokumentarfilmfestival (bis 24.5.) und richtet sich an alle, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen und dem Blick über den Tellerrand befassen wollen. Zu den Festivalhöhepunkten in der Vergangenheit blieb lange der Dokumentarfilm „Die anderen Plätze“ von Marco Kugel und Simon Quack in Erinnerung. Mit zurückhaltendem und ehrlichem Blick zeigt er, was es bedeutet, wenn der Traum vom großen Fußballstar nicht in Erfüllung geht. Das Ergebnis beeindruckte die Jury so sehr, dass der Film 2018 ausgezeichnet wurde.

Den Traum vom Filmstar konnten sich dagegen die Spieler des KSC schon deutlich früher erfüllen. Auf einem Zelluloidstreifen von 1910 wurde eine Szene des Derbys Phönix Karlsruhe gegen den Karlsruher FV entdeckt. Die Aufnahme gilt als die älteste Fußballszene, die je in Deutschland von einem Spiel gemacht wurde. 2014 fand der Autor des KSC-Buchs Thomas Staisch die kleine Sensation bei den Recherchen für die Vereinsgeschichte. Wie das Spiel damals entschieden wurde, ist leider nicht überliefert. Derzeit rangieren die Karlsruher auf dem 17. Platz in der 2. Bundesliga (Stand: Do, 13.2.), oberstes Ziel ist der Klassenerhalt. Die Hoffnung auf den Siegertitel im Sport ist bei den Experten und Fans dennoch nicht aufgegeben: Mit einer Wettquote von 201,0 (Stand: 10.2.) ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Pokal aber in weite Ferne gerückt.

Ein Muss zum Start in den Sommer

Wer sich zwischen den Spielen im Wildpark etwas Abwechslung mit feiner Filmware wünscht, hat mit der „Ocean Tour“ und dem „Dokka“ die richtigen Optionen. Karten für die beiden Festivals gibt es auf www.oceanfilmtour.com und www.dokka.de.

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