Independent Days 8

Kino & Film // Artikel vom 18.04.2007

„Beim Film“ zu sein, ist für viele viele Menschen ein Traum.

Kollektiv wird das Medium mit den bewegten Bildern immer noch als glamourös empfunden und verheißt mit den Worten von Indiana Jones Reichtum und unermesslichen Ruhm. Film, ja, das ist vor allem Geld, oft sehr sehr viel Geld. Gut, dass es ein Festival gibt, das die Verhältnisse ein bisschen zurechtrücken wird, das internationale Low- und No-Budget-Festival „Independent Days“, das vom 18.-22.4. zum achten Mal stattfindet.

Gezeigt werden 85 Filme, deren Herstellungskosten nicht vorhanden bis „gering“ sind, sprich: Menschen beuten sich selbst dafür aus, dass sie ihre Meinungen filmisch darlegen können. Wobei die Begriffsbezeichnungen undeutlich sind, ein mittelgroßer deutscher Produzent würde einen Film mit einem Etat von unter einer halben Million mit Sicherheit als „Low Budget“ bezeichnen, bei anderen ergibt das Investment immer noch den Gegenwert eines Kleinwagens.

Da sich Produktionskosten beim Film nicht zuletzt nach seiner Länge bemessen, sind bei den „Independent Days“ folgerichtig vor allem kurze, zum Teil sehr kurze Filme zu sehen, von 59 Sekunden aufwärts. Gestalterisch setzt das Festival keine Schranken, so reihen sich Animations- an Dokumentar- und Spielfilme. Die Festivalleitung betont, dass allen Filmen gemein sei, dass sie den Zuschauer „nicht aus dem Blick“ verlören. Das zu überprüfen hat das Publikum Gelegenheit, indem es gleich zwei Zuschauerpreise vergeben darf.

Didi Danquart, scheidendem Professor an der Hochschule für Gestaltung und Bruder von „Oscar“-Gewinner Pepe, ist eine Retrospektive gewidmet, die auch von ihm betreute Schülerarbeiten (natürlich: Kurzfilme) einschließt, die in den letzten Jahren an der HfG entstanden sind. Hier zu sehen ist auch ein „Tatort“, den Danquart 2002 inszeniert hat, „Schöner sterben“ mit der notorischen Ludwigshafener Kommissarin „Lena Odenthal“. Gemein ist diesen Krimis übrigens, die angeblich in der ehemals bayerischen Chemiestadt spielen, dass sie großteils in Karlsruhe gedreht werden – weil Ludwigshafen einfach zu hässlich ist. Filmfans werden ermäßigte Zehnerkarten und Festivalpässe angeboten – also auch ein klein wenig Glamour. -A.O.F.

18.-22.4., Schauburg, Marienstr. 16, und Die Stadtmitte, Baumeisterstr. 3
www.independentdays.de

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