Kanalog - Inside The Box

Kino & Film // Artikel vom 02.08.2017

Kanalog - Inside The Box

Durch den Sucherschacht einer Mittelformatkamera schaut die Nacona Filmproduktion auf Karlsruhe.

Digitale und analoge Grenzen verwischen, Gegensätze harmonieren und Zeit relativiert sich plötzlich beim Kunstprojekt „Kanalog - Inside The Box“, das alltägliche Szenen durch die Paarung einer analogen Mittelformatkamera mit einer modernen Digitalkamera zu etwas ganz Besonderem macht.

Im Fokus steht aber nicht Karlsruhe selbst, sondern seine Einwohner: Aus der Perspektive eines stillen Beobachters wurden zufällig ausgewählte Menschen bei ganz alltäglichen Dingen gefilmt - sei es auf dem Wochenmarkt am Gutenbergplatz, beim Sport im Schlossgarten oder auf dem Flohmarkt nahe dem Wildparkstadion. Die Begegnungen mit den Menschen und die dabei gewonnene Nähe wurde durch das zusätzliche Fotografieren der Protagonisten mit der analogen Mamiya C330 in Schwarz-weiß festgehalten.

Die Idee entstand während einer Afrika-Reise von Nacona-Mitgründer Julian Hoß, auf der ihn das rund 50 Jahre alte Erbstück begleitet hat. Weil er die analogen Fotografien auf die Schnelle digital verschicken wollte, fotografierte er den Sucherschacht ab und erkannte den außergewöhnlich ästhetischen Bildausschnitt. Zurück im Perfekt Futur wurde die Idee mit Kompagnon Johannes Gauder weiterentwickelt, ein Gestell entworfen und der Film produziert.

Dessen Premiere fand im Rahmen einer riesigen Projektion bei der Kunst- und Kulturnacht „Schwein gehabt!“ im Perfekt Futur statt. Eine besondere Rolle spielte dabei der Eingang eines einzelnen Containers, der während der Projektion den Sucherschacht der Mamiya darstellte. Die Kombination aus alt und neu, Aanalog und digital sowie Film und Fotografie setzte das Nacona-Team durch eine Vernissage zur selben Zeit in Szene, indem die analogen Fotografien der Protagonisten den Besuchern an mehreren Bauzäunen präsentiert wurden. -ps/pat

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