Perlen und anderes Strandgut 2019

Kino & Film // Artikel vom 01.08.2019

Die endlose Nacht (Foto: UCM One)

Das Sommerprogramm der Kinemathek spült wieder Fundstücke und Kostbarkeiten, Raritäten und Meisterwerke auf die Leinwand des Studio 3.

Vier Filme erinnern an gestorbene Persönlichkeiten der Kinogeschichte: Mit dem kunstvoll verspielten „Die Strände der Agnès“ (Do+Sa, 1.+10.8.) blickte die französische Regisseurin Agnès Varda 2009 auf ihr 80-jähriges Leben, das häufig einen Bezug zu Wasser und Meer hatte. Die Schwedin Bibi Andersson wurde durch Ingmar Bergmans Filme weltweit bekannt; ihre berühmteste Zusammenarbeit datiert von 1966, als sie im experimentellen Drama „Persona“ (Sa+Do, 17.+29.8.) an der Seite von Liv Ullmann brillierte.

Eine Wiederentdeckung aus der Frühzeit des bundesdeutschen Kinos ist „Die endlose Nacht“ (Di, 6.+13.8.) von Will Tremper aus dem Jahr 1963: Die in kristallklarem Schwarzweiß gedrehte Komödie verknüpft das Schicksal ganz unterschiedlicher Passagiere, die am Berliner Flughafen Tempelhof feststecken – unter ihnen auch die junge Hannelore Elsner in ihrer ersten großen Rolle. Die letzte Hommage gilt Bruno Ganz, der in Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ (Do+Sa, 22.+31.8.) den melancholischen Engel Damiel verkörpert. Am Ferragosto spielt die charmante italienische Komödie „Das Festmahl im August“ (Do+Sa, 15.+24.8.).

Zu den Erstaufführungen zählt der französische „Messer im Herz“ (Fr+Mi, 16.+21.8.), eine wilde Mischung aus Psycho-Thriller und Erotik-Melodram mit Vanessa Paradis; ebenfalls KA-Premiere feiert die Doku „Erde“ (Fr+Mi, 23.+28.8.) des Österreichers Nikolaus Geyrhalter, der beobachtet, wie sich der Mensch den Planeten untertan macht. Und zusammen mit ihrem künftigen Hauspartner Jazzclub zeigt die Kinemathek „Die Benny Goodman Story“ (Sa, 3.8.) von 1956, das Biopic über den legendären Bandleader und Klarinettisten der Swing-Ära. -pat

je 19 Uhr, Kinemathek, Studio 3, Karlsruhe

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