Art & Ehe

Kunst & Ausstellungen // Artikel vom 28.04.2024

Candace Carter

Candace Carter & Tutilo Karcher. Das Frühwerk

Eine Frau beim Essen, sie hebt ihre Gabel und der Raum geht auf. Mit extrem reduzierten künstlerischen Mitteln transportieren die frühen Grafiken von Tutilo Karcher eine transzendierende Tiefe, die alltäglichen Ritualen wie der Gang in ein Café eine Würde und Anmut verleihen. Als stiller Eremit in Karlsruhe bekannt, schuf Karcher in seinen ersten Jahren als freischaffender Künstler von 1964 bis ’70 fast zärtliche Hommagen an die Menschen, in ihrer ganzen Schlichtheit. Als Vertreter der „Karlsruher Realisten“ steht er in direkter Nachfolge der Neuen Sachlichkeit.

Aufgrund der Karlsruher Verbindung mit dieser Tradition kam Candace Carter bewusst hierher und lernte im Künstlerhaus Tutilo kennen und lieben. Die gebürtige USA-Bürgerin ist mit Anfang 20 nach Hamburg an die Kunstakademie „ausgerissen“ und verschrieb sich in ihrem Frühwerk von 1979 bis ’84 wie Karcher den Menschen – jedoch immer mit dem Fokus, ihre spezifischen Wirklichkeiten zu porträtieren und im direkten Dialog zu sein. Tutilo Karcher ist 2019 gestorben; da kamen diese Blätter hervor, diese zurückgenommenen Grafiken.

Das Frühwerk des Künstler- und Ehepaares wird erstmalig in einer großen Schau präsentiert. Zur Vernissage gibt’s eine Einführung der Künstlerin mit Musik. Da Carter nicht nur Bildende Künstlerin, sondern auch Autorin ist, liest sie am Pfingstsonntag zur Finissage nach einer Führung (14 Uhr) Essays und Kurzgeschichten (16-18 Uhr). -sb

Vernissage: So, 28.4., 11 Uhr; Finissage: So, 19.5., 14-18 Uhr, BBK-Künstlerhaus, Karlsruhe

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