Den Übergang entwerfen

Kunst & Ausstellungen // Artikel vom 21.11.2012

Sofia 2010: Der belgische Künstler Adrien Tirtiaux inszeniert seinen „Platz an der Sonne“ als eine Art aus dem Fenster ragendes Sprungbrett, auf dessen Ende eine Figur sinnierend auf einem Schwingsessel sitzt.

Für die Villa Merkel hat er sich die Räumlichkeiten dort vorgenommen, die er subtil modifiziert. Zu erwarten ist eine Ausstellung, bei der sich der Künstler, aus der Architektur kommend, mit Witz und Humor dem Ort genähert hat. Er hat, so sagt er selbst, eine ambivalente Beziehung zum „White Cube“, die er durch seine Rauminterventionen zum Ausdruck bringt, den Besucher dabei zum Nachdenken über seine eigene Position, sein Verhalten dem Raum gegenüber verführt. Seine Arbeit ist nicht vergleichbar mit dem Raumchaos eines Gregor Schneider.

Vielmehr sind es präzise Einbauten, die die Raumqualitäten auf einer ästhetischen Ebene betonen, verdeutlichen, markieren. „Die (weißen) Wände der Welt“ ist denn auch – in deutlicher Anspielung an die nackten weißen Museumswände, die das Äußere abschotten – seine Ausstellung betitelt. Im Erdgeschoss der Villa und dem Bahnwärterhaus werden parallel dazu mit der Klasse Reto Boller 27 junge künstlerische Positionen präsentiert, die zum Teil ebenfalls mit dem Ort spielen, an dem sie sich befinden. -ChG

Eröffnung: Do, 22.11., 19.30 Uhr, 23.11.-3.2.2013, Villa Merkel, Esslingen

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