Ulrike Rosenbach: Heute ist morgen

Kunst & Ausstellungen // Artikel vom 07.01.2024

Ulrike Rosenbach im ZKM, Das Bild der Frau in der Nachkriegszeit, Foto: Felix Grünschloß

Die große Retrospektive zum 80. Geburtstag der Medienkünstlerin Ulrike Rosenbach lässt tief in ihr Werk blicken.

Die blauen Fahnen Macks im Untergeschoss umrahmend, führt die Ausstellung durch Arbeiten aus über fünf Jahrzehnten. Rosenbachs frühen Videoarbeiten aus den 70ern sind poetisch-konkret, mal bleibt die Botschaft wie hinter einem Schleier verborgen.

Im Video „Eine Scheibe berühren“ betastet sie vorsichtig das Blickfeld der Kamera, mit einem skulpturalen Objekt auf der Stirn. Es verweist stilistisch auf ihre Kragen und Hauben, die sie noch zu Studienzeiten entwickelt; skulpturale Erweiterungen des Körpers, Hauben für „verheiratete Frauen“ oder Hörnerhauben.

Ihr Interesse an mythologischen Symbolen, Archetypen und der Bruch dieser starken Bilder verstärkt sich im Laufe ihres Schaffens, der Blick geht aus der eigenen Erfahrung des Frauseins ins Kollektiv. Sie formt analoge Videoskulpturen und komplexe Installationen, oft in Performances integriert. Dabei greift sie frühe Arbeiten als Zitate auf, denn der grundlegende Kontext ändert sich nicht, er verdichtet sich, insistiert. Dieses Prinzip der Wiederholung ist fast ein musikalischer Ansatz, so Rosenbach im ZKM-Interview. Und immer noch, immer noch, „heute ist morgen“.

Parallel ist in „Renaissance 3.0“ die aktuelle Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft in 35 medienkünstlerischen Positionen, u.a. von Peter Weibel selbst, zu ergründen (bis 25.2., Lichthof 1+2). -sb

bis 7.1., ZKM-Lichthof 8+9, 1.OG, Karlsruhe

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