Lutz Mommartz. Der durchsichtige Mensch

Kunst & Ausstellungen // Artikel vom 11.02.2023

Lutz Mommartz, Afrika – erste Bilder auf 8mm, 1963, 16-mm- Film, Farbe, Ton, 00:58 min, Filmstill

Vom Verwaltungsangestellten zum Filmprofessor.

Lutz Mommartz gab seinen Job in der Düsseldorfer Stadtverwaltung auch nach ersten künstlerischen Erfolgen nicht auf. Erst mit 41 Jahren verließ er das Stadtbauamt und übernahm eine Filmklasse an der Kunstakademie in der Landeshauptstadt NRWs, später dann in Münster. Der Experimentalfilmer und Regisseur vom Niederrhein ist Autodidakt, malte zunächst Bilder, bevor er sich dann dem Drehen auf 16mm-Film zuwandte. In über fünf Jahrzehnten entstanden mehr als 50 Filme und Videos. Viele davon sind auf den Seiten des Internet Archive umsonst öffentlich zugänglich; man könnte tagelang damit verbringen…

Lutz Mommartz hingegen geht selten ins Kino, sträubt sich gegen Western genauso wie gegen „Problemfilme und Lustspiele“. Dokumentieren oder erzählen interessiert den Filmemacher Mommartz nicht. Er will stören, dekonstruieren, die Bilder clashen lassen und den Film selbst sichtbar machen. Über seinen Film „Das wehende Tuch“ erzählt der Künstler, wie er eine Tischdecke im Wind gefilmt hat. In kurzen Momenten wehte sie so hoch, dass dahinter eine schöne Landschaft sichtbar wurde. Diese Aufnahme habe er verloren und er würde erst mit dem Filmen aufhören, sofern er wieder eine solche gedreht habe. Das ist ihm wohl noch nicht gelungen, denn auch in seinen 80ern dreht Mommartz fröhlich-verstörend weiter. Neben dem wehenden Tuch zeigt das ZKM zwei weitere Filminstallationen: „Der Zeitschneider“ und „Der durchsichtige Mensch“. -fd

Sa, 11.2., bis 10.4., ZKM-Musikbalkon, Karlsruhe

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