250 Jahre Goldstadt Pforzheim

Kunst & Design // Artikel vom 19.05.2017

Seit November vergangenen Jahres ist Pforzheim im Goldrausch, denn die Stadt feiert ein außergewöhnliches Ereignis.

Per Dekret des damaligen Markgrafen Karl Friedrich wurde die Uhren- und Schmuckindustrie 1767 in der Drei-Flüsse-Stadt als aufklärerisches Projekt eines absolutistisch regierenden Monarchen etabliert. Trotz anfänglicher Ablehnung und wiederkehrenden Rezessionen stammt nach wie vor ein Großteil des in Deutschland gefertigten Schmucks aus Pforzheim. Immer noch rund 11.000 Menschen finden mittel- und unmittelbar in der Stadt und dem Enzkreis in diesem Gewerbezweig ihr Auskommen – eine echte Erfolgsgeschichte.

Aus diesem Grund stehen in Pforzheim weiterhin die Zeichen auf Gold. Nachdem das Technische Museum mit seiner Dauerausstellung neu eröffnet wurde, dort aktuell mit „Kollmar & Jourdan“ und „Manfred Mohr“ zwei ganz unterschiedliche Ausstellungen zu sehen sind, liegt jetzt das Augenmerk auf Glitzer und Glamour: Die Ausstellung „Luxus?!“ befasst sich mit Positionen zwischen Opulenz und Askese, im Schmuckmuseum eröffnet die Doppelausstellung „Must-haves – Must-sees“ und im Stadtmuseum wird in „Echt unecht?!“ Schmuck und mehr aus Pforzheimer Industrieproduktion gezeigt.

Auch im öffentlichen Raum wird noch bis Ende Oktober der Fokus mit „Metall – Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ auf fünf ganz unterschiedliche skulpturale Positionen gelenkt, die mit Material und Oberfläche spielen. Einen neuen Eindruck vom Industriehaus erhält, wer zwischen Mitte Juni und Mitte Juli abends den Leopoldplatz aufsucht: Dort wird die Medienkunst-Installation „Timeless machine“ von Alexander Stublić auf die Fassade des historischen Gebäudes projiziert (23.6.-22.7., ab 22 Uhr). -ChG

Kollmar & Jourdan: bis 4.6.; Mohr: bis 2.7., Technisches Museum, Luxus!?: 19.5.-25.6., Alfons-Kern-Turm,  Must-haves…: Eröffnung: Sa, 20.5., 19 Uhr, 21.5.-10.9., Schmuckmuseum im Reuchlinhaus, Echt unecht?!: Eröffnung: 21.5., 11.30 Uhr, Martinskirche, bis 10.9., Stadtmuseum im Alten Schulhaus, Pforzheim

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 8 plus 7.

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL





Kunst & Design // Tagestipp vom 31.10.2020

Das Karlsruher Künstlerduo „Das Änderungsatelier“ hat für die Junge Kunsthalle eine außergewöhnliche Installation rund um die Gießkanne entwickelt, die zu einer vergnüglichen und zugleich kuriosen Entdeckungstour einlädt.





Kunst & Design // Tagestipp vom 31.10.2020

Seine ersten Streik-Erfahrungen als junger Pfaff-Mitarbeiter dokumentierte Günter Heiberger ebenso wie die Proteste gegen den Abriss des alten Gefängnisses mit seiner Kamera.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Türen trennen Räume und Menschen, können sie aber auch verbinden.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Die Architektin, Dramaturgin und Kuratorin Cagla Ilk und der Kurator, Schriftsteller und Pädagoge Misal Adnan Yildiz bilden das neue Leitungsduo der Kunsthalle Baden-Baden.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Nie bleibt er stehen, und doch fließt ein Fluss „ewig“.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Der „Oberrheinische Kunstpreis Offenburg“ 2020 geht an Peter Bosshart.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Elke Wree bringt das innere Erleben von Natur malerisch zum Ausdruck.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Bunte Ponys, badende Katzen, tanzende Hummer.





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.10.2020

Computerspiele sind nicht nur Popkultur oder Konsumprodukt, sondern längst auch Kunstwerke oder kulturelle Artefakte, die uns etwas über Welt und Gesellschaft sagen können.