300 Tage totale „Globale“

Kunst & Design // Artikel vom 17.03.2016

Die „Globale“ neigt sich ihrem Ende zu, 300 Tage sind bald vorbei.

Und auch bei den innerhalb dieses Festivals gezeigten Ausstellungen lässt sich aufs Trefflichste nachvollziehen, was Chance und Dilemma des ZKM sind: Die in den Ausstellungen verhandelten Themen sind brandaktuell – und man fragt sich, warum es in der Region immer noch Menschen gibt, die vom ZKM bislang noch nie etwas gehört haben. Andererseits funktioniert der Kulturbetrieb auch durch den Hype, der um große Namen gemacht wird – auf die das ZKM zuguns­ten von Themen oft genug verzichtet. Signifikant ist in diesem Zusammenhang, dass es ausgerechnet der als Spaß gemeinte Strafzettel an Erwin Wurms „Truck“ als Meldung rund um den Globus schaffte.

Übrigens: Der Film über den österreichischen Künstler, der mit seinen One-Minute-Sculptures weltberühmt wurde, wird am Do, 17.3. um 19 Uhr im ZKM-Vortragssaal aufgeführt. In Lichthof 1+2 wird zum Abschluss der „Globale“ neuerlich der Blick genau neben die kunstmarktgängigen Künstler gelenkt. Nicht Amerika, sondern Asien rückt in „New Sensorium“ in den Fokus, und der Untertitel verrät: Es geht um Auswege aus den Fehlern, die die Modernisierung brachte. Mit einem neuen sensorischen Instrumentarium? Wie soll das gehen? Natürlich mit Mitteln der Kunst, insbesondere im ZKM! Die Ausstellung ist Teil der „Globale“, die sich mit den Themenbereichen Globalisierung und Digitalisierung auseinandersetzt.

Das ist insofern wichtig, als in einer globalisierten Welt nach dem Wesen des „Asiatischen“ im Unterschied zu „unserem“ Blick gefragt werden darf. In der Schau werden zudem Erfahrungsbereiche ausgelotet, die neu durch Verbindungen von virtuellem und realem Leben entstanden sind, bei denen kognitive Prozesse zu einer Neubewertung der Lebensbedingungen führten. Dass die Ausstellung in denselben Lichthöfen gezeigt wird wie „Global Control + Censorship“, ist kein Zufall, denn auch hier geht es um die Veränderungen, die durch die Digitalisierung und die damit verbundene omnipräsente Überwachung möglich werden.

Sie passt aber auch zu der neuen Ausstellung „Der Modernisierungsweg der chinesischen Kunst“ in Lichthof 8+9, innerhalb derer auf die erste Modernisierung Chinas nach dem Opiumkrieg geblickt wird. Wer das ZKM kennt, kann dabei sicher sein, dass Ausblicke auf die heutige Situation zumindest angerissen werden. -ChG

Global Control: bis 1.5., New Sensorium: bis 4.9., LH 1+2; China: bis 21.8., LH 8+9, ZKM, Karlsruhe

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