art Karlsruhe 2009

Kunst & Design // Artikel vom 07.03.2009

Die Art Basel zog im vergangenen Jahr 60.000 Besucher an, zur Art Cologne pilgerten 55.000 und die art Karlsruhe verzeichnete mit 38.000 Gästen ihre bisher beste Bilanz, Tendenz steigend.

Allen Unkenrufen zum Trotz hat sie sich nun endgültig etabliert, und immer größer wird die Zahl der Galerien, die sich vergeblich um eine Messeteilnahme in der Fächerstadt bewerben. Die art rückt Karlsruhe als Kunsthandelsplatz ins Rampenlicht. Unter dem Motto „Garantiert gute Kunst“ hält Initiator und Organisator Ewald Karl Schrade wieder eine ausgewogene Präsenz von Malerei und Plastik bereit.

Von seinem bewährten Konzept muss der allseits geschätzte Impressario nicht abweichen: Die Zahlen geben ihm Recht. Karlsruhe solle eine Messe für jeden Kunstinteressierten sein, meint Schrade, daher ziele seine Strategie immer in Richtung eines breiten, ausbalancierten Angebots aus Klassischer Moderne und Gegenwartskunst. Die art Karlsruhe sei keine Anlauf­stelle für Anlageberater mit Blick auf Spekulationsware und wolle das auch nicht werden, verkündet der Kurator.

Insgesamt bewarben sich 350 Aussteller, 50 mehr als im Vorjahr. Ausgewählt wurden etwa 200. Eine Besonderheit stellt der „Berliner Block“ „art from berlin“ dar: 15 One-Artist-Shows von Galeristen, die im Landes­verband der Berliner Galerien organisiert sind. Damit finden auch jüngste Trends den Weg nach Karlsruhe. Künftig will Ewald Karl Schrade stärker auf aktuelle Kunst achten.

Zur Zeit gebe es im Segment der Medienkunst kaum Nachfrage von einschlägigen Galeristen. Hier wünscht er sich ein größeres Interesse. Wieder hat der Messe-Kurator 19 große Skulpturenplätze für die art Karlsruhe vorgesehen. Auf einer dieser „Inseln“ werden die raumgreifenden Medien-Arbeiten des italienischen „Bildhauers der Videotechnologie“ Fabrizio Plessi (Galerie Dorothea van der Koelen, Mainz) zu sehen sein.

Auch die Karlsruher Galerien nutzen diese Messe inzwischen rege. Selbst Karlheinz Meyer, der bislang immer nach Köln fuhr und jüngst in der Domstadt ein großformatiges Gemälde von Julius Grünewald und eines von Jonathan Meese erfolgreich verkaufte, wird erstmals auf der art Karlsruhe einen Stand haben. Weitere Karlsruher Galerien wie Dorothee Bode, Clemens Thimme, Alfred Knecht, Dirk Supper, Michael Oess halten Schrade die Treue.

Die Geschwister Baden mit ihrer Ferenbalm-Gurbrü Station zählten 2008 zu den exotischen Vögeln auf der Messe: Mit einer Künstler-Performance und schnell gezeichneten Porträts zogen sie Massen an ihren etwas anderen Stand, was das Hallenambiente durchaus positiv belebte. -ub

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