art Karlsruhe 2020

Kunst & Design // Artikel vom 12.02.2020

Die frischgebackene „Unesco City Of Media Arts“ ist zum 17. Mal Heimat der großen Kunstmesse.

Mehr als 250 (inter)national renommierte Galerien aus 15 Ländern liefern einen sehenswerten Rundumschlag über 120 Jahre Kunst. Schwerpunkte sind die Klassische Moderne und die Gegenwartskunst, wobei insbesondere erstere stark vertreten ist. Allein Pablo Picasso zählt zum Angebot von gleich 13 Galerien, daneben locken Werke von Max Ernst, Otto Dix, Lovis Corinth, Joan Miró oder Ernst Ludwig Kirchner, vertreten von etablierten Galerien wie Cortina (Barcelona), Gilden’s Art (London) oder Schwarzer (Düsseldorf) in den Hallen 2 und 3.

Jene bieten auch Raum für ein Who-is-Who der Gegenwartskunst. Mit Jeff Koons, Christo, Cindy Sherman oder Richard Serra, aber auch Pop-Art-Künstlern, von Roy Lichtenstein über Robert Rauschenberg bis zu Andy Warhol (in sieben Galerien vertreten), gibt sich das Programm US-lastig. Aber auch europäische Größen wie Georg Baselitz, Katharina Grosse, Markus Lüpertz, Sean Scully, Neo Rauch und allen voran Gerhard Richter sorgen für gespannte Erwartung. Viele Galerien bringen vermehrt Künstlerinnen zur Schau, die trotz ihrer kunsthistorischen Bedeutung lange wenig Beachtung fanden, so etwa Hannah Höch (Galerie St. Gertrude, Hamburg), Käthe Kollwitz und Tamara de Lempicka (Eggerbauer, Köln + Koch-Westenhoff, Lübeck), Lotte Laserstein (Dr. Michael Nöth, Ansbach) oder Gabriele Münter (u.a. Nöth + Galerie Ludorff, Düsseldorf).

Des Weiteren bildet sich ein kleiner Schwerpunkt aus Arbeiten der Zero-Bewegung, etwa von Heinz Mack, Otto Piene oder Günther Uecker. Kunst frisch aus dem Atelier zeigt das Programm „Contemporary Art 21“ in Halle 4) u.a. mit Arbeiten von Stefan Bircheneder, Moritz Karweick und den Vogelskulpturen von Matthias Garff. Á propos: Eine Premiere ist der Skulpturengarten im Atrium der Messe, der mit Außenplastiken zum Schauen und Wandeln im Innenhof einlädt. Innen geben 20 Skulpturenplätze dreidimensionaler Kunst über die Hallen verteilt Raum. Auch das Talkformat „Artima art Meeting“ hat das Thema Skulptur zum Schwerpunkt (Do+Fr, 13.+14.2., je 13 und 15 Uhr).

Der Druckgrafik gehört Halle 1. Eine Sonderschau widmet sich hier der Sammlung von Hans-Peter Haas, dem „Künstler unter den Druckern“. Haas fertigt seit über 60 Jahren Siebdrucke für Größen wie Salvador Dalí, Max Ackermann oder Niki de Saint Phalle an und ist selbst zum Sammler geworden. Die „art“ 2020 zeigt zudem vermehrt Arbeiten von Künstlern anderer Sparten, von Bob Dylans Gemälden bis zu Fotos von Dieter Nuhr oder Till Brönner. Den Katalog ersetzt erstmals ein kompaktes Begleitmagazin, das auf der Messe ausliegt. -fd

Do-So, 13.-16.2., 11-19 Uhr, Messe Karlsruhe, Rheinstetten, Preview für geladene Gäste und Previewkartenbesitzer: Mi, 12.2., 14-21 Uhr
www.art-karlsruhe.de

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