art Karlsruhe 2022

Kunst & Design // Artikel vom 07.07.2022

art Karlsruhe (Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Kunst im noch besseren Licht.

Die Entscheidung, die 19. Ausgabe der „art Karlsruhe“ Corona-bedingt erstmals im Sommer stattfinden zu lassen, erweist sich als Gewinn. Die ohnehin schon von Tageslicht durchfluteten Messehallen strotzen im Juli von noch mehr Sonne und das weit bis in die Abendstunden hinein. Dementsprechend wurden auch die Öffnungszeiten angepasst und die „art“ ist mit Ausnahme der Preview jeweils von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Seit ihrer Erstausgabe im Jahr 2004 hat sich die „art Karlsruhe“ im SammlerInnenland Baden-Württemberg rasch etabliert. Ihr Gründer ist auch nach wie vor ihr Kurator: Karl Ewald Schrade ist Herz und Kopf der Kunstmesse und auch durch seine Galerien im Barockschloss Mochental bei Ehingen und in Karlsruhe bekannt. Ungewohnt lange haben Schrade und mit ihm das Kunstpublikum auf die nächste „art“ warten müssen. Kurz vor Pandemiebeginn fand die Messe Anfang 2020 zum bislang letzten Mal statt; in der Zwischenzeit hat der Kurator den persönlichen Austausch stark vermisst. Mit der „art Karlsruhe“ 2022 kehrt die Institution für Klassische Moderne und Gegenwartskunst nun endlich zu den Menschen zurück.

Vier Tage lang ist auf dem Gelände der Messe Karlsruhe Kunst aus 120 Jahren zu sehen – von Meistern der Moderne bis zum Nachwuchs im 21. Jdh. Vier Hallen sind thematisch aufgegliedert und erleichtern das Zurechtfinden im Kunstdschungel: Halle 1 zeigt Kunst nach 1945 und Gegenwartskunst. Halle 2 gehört der „Contemporary Art 21“ sowie der Druckgrafik und Auflagenobjekten. „Kunst und Kommunikation“ ist Schwerpunkt von Halle 3 – hier finden neben den Sonderausstellungen und Museumspräsentationen auch Talks statt, ein großzügiger Restaurantbereich inklusive. Die dm-Arena (Halle 4) schließlich vereint Klassische Moderne und Gegenwartskunst. 215 renommierte Galerien aus zwölf Ländern beteiligen sich bei der „art“, viele davon mit den bewährten One-Artist-Shows.

Zu den Teilnehmern gehören u.a. die Galerien Friese (Berlin), Ludorff (Düsseldorf), Osper (Köln), Maulberger (München), Rotermund (Hamburg), van der Koelen (Mainz) und Schwarzer (Düsseldorf). Für internationales Flair sorgen u.a. Cortina (Barcelona), Gilden’s Art (London), Gimpel & Müller (Paris), Anna Laudel (Istanbul), Morone (Milano), Prinz (Madrid) und Várfok (Budapest). Wer große Kunst von großen Namen sehen will, ist bei der „art“ richtig. Hier sind Originale aus der Klassischen Moderne von Salvador Dalí, Pablo Picasso, Otto Dix, Josef Albers oder Max Liebermann zu bestaunen.

Hinzu kommt ein Who’s who der Gegenwartskunst: Neo Rauch, Katharina Grosse, Georg Baselitz, Gerhard Richter, Candida Höfer, Xenia Hausner, Günther Uecker, Cornelia Schleime, Franz Gertsch oder Heinz Mack sind nur einige der Headliner. Demgegenüber stehen junge Talente, mitunter erst in diesem Jahrtausend geboren wie Ambra Durante (Jg. 2000). Auch die Tierskulpturen von Matthias Garff (Jg. 1986) stehen für aufsehenerregende Kunst einer jungen Generation.

Apropos Skulpturen: Ein besonderes Merkmal der „art Karlsruhe“ ist ihr großzügiger Platz für skulpturale Kunst. Die Schauorte von Galerien wechseln sich mit vier großzügig angelegten Skulpturenplätzen ab. Insbesondere die fast 7.000 Quadratmeter große Grünfläche im Atrium zwischen den vier Messehallen bietet bei angenehmer Sommeratmosphäre eine besondere Kulisse für die Skulpturen. Mit Skulpturen beteiligt sind u.a. Walter Moroder, Markus Lüpertz, Ottmar Hörl und Dana Meyer. Von konkreter Kunst bis konzeptuellen Arbeiten ist auch hier das Spektrum breit gefächert.

Im Zeichen der Weiblichkeit steht die große Sonderschau der „art Karlsruhe“ 2022. Die Sammlung Klöcker ist ganz den Frauendarstellungen in der Kunst gewidmet. Seit rund 35 Jahren sammeln Maria Lucia und Ingo Klöcker aus Bad Homburg ausschließlich Bilder und Skulpturen, die Frauen darstellen, von der Nachkriegszeit in die Gegenwart. Überdurchschnittlich viele davon stammen von Künstlerinnen, etwa Barbara Klemm, Cornelia Schleime, Sibylle Bergmann und Aleah Chapin.

Weitere Arbeiten kommen von Sigmar Polke, Arno Rink oder Stephan Balkenhol. Auch an der Sonderschau „Druckgrafik“ ist die Sammlung Klöcker beteiligt. Seit 2017 ist die Druckgrafik-Schau fester Bestandteil der „art“. Hier präsentieren die ausstellenden Galerien druckgrafische Werke wie Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und Siebdrucke. Als Einsteigermedium sind Druckgrafiken oft der Beginn für eine Sammlerkarriere. Vom „Kunstbetrieb mit, gegen und nach Corona“ handelt das Symposium „Artima art Meeting“, das der Verlag Lindinger + Schmid am 7.+8.7. ab 14 Uhr ausrichtet.

Im Rahmen der „art“ werden auch der „Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift“, der „art Karlsruhe“-Preis für die beste One-Artist-Show und der „Loth-Skulpturenpreis“ vergeben. Wem das noch nicht reicht: Auf www.art-karlsruhe.de kann man seinen andauernden Kunsthunger mit dem „art Podcast“ auch jenseits der Messehallen stillen. -fd

Do-So, 7.-10.7., 11-20 Uhr, Messe Karlsruhe, Rheinstetten
www.art-karlsruhe.de

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 3 plus 4.

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL