art Karlsruhe: Gelungener Messe-Auftakt

Kunst & Design // Artikel vom 06.03.2015

Zum Auftakt der zwölften „art Karlsruhe“ strömten bereits zahlreiche Besucher durch die Messehallen.

Während in Halle 1 die Galerien für Edition, Fotografie und Objekte zu finden sind, locken Halle 2 mit „Moderner Klassik und Gegenwart“, Halle 3 mit „Klassischer Moderne und Gegenwart“ und die dm-arena mit jüngster Kunst. Die Aussteller bestätigten schon während der Preview am Mittwoch zahlreiche Verkäufe an Sammler und Privatkunstkäufer.

Auf einen strahlenden Aussteller traf man am Stand der Galerie Maulberger (München). Der Informel- und Zero-Spezialist Hans Maulberger konnte für über 50.000 Euro die Feuergouache „Pfau“ von Otto Piene an einen Privatsammler vermitteln. Das Diptychon „Dunkelkräfte“ (1957/58) von Hans Kreutz gab Maulberger für 25.600 Euro an ein deutsches Museum ab. Den Verkauf von vier Papierarbeiten aus der Inkunabel-Serie von Heinz Gappmayr (insgesamt 42.000 Euro) konnte Dorothea van der Koelen bereits wenige Minuten nach dem Startschuss der Messe vermelden.

Ihr Berliner Kollege Klaus-D. Brennecke (Brennecke Fine Art) war erfolgreich bei der Vermittlung des Gemäldes „Stadion“ von Ralph Fleck für 16.000 Euro. Obendrein verkaufte Brennecke ein Gemälde von Eric Peters („Lamm“) für 28.500 Euro, und er stieß auf reges Interesse für seine jüngste Künstlerin am Stand: Von Anna Bittersohl wurden gleich drei Bilder für insgesamt 15.000 Euro verkauft. „Gesehen, entschieden, verkauft in zehn Minuten“, kommentierte Marcus Braun-Falco (München) den Verkauf des Gemäldes „Leben“ von Ingrid Floss, das für 6.400 Euro an einen Münchner Sammler ging. Der Stuttgarter Galerist Thomas Fuchs bestätigt der „art Karlsruhe“, dass viele potente Sammler sie besuchen. Am Preview-Tag hat er bereits neun Werke von Jochen Hein und fünf Arbeiten von Rudy Cremonini im Preissegment von 3.000 bis 12.000 Euro abgeben können. Gekauft haben bei ihm u. a. zwei Privatsammler; einer davon aus Luxemburg.

Als Publikumsmagneten entpuppten sich die Sonderschauen in Halle 1. Unter dem Titel „Photo Art Budapest“ zu Gast auf der „art Karlsruhe“ beeindrucken das Ungarische Nationalmuseum, das Robert Capa Center, die Galerie Várfok und die Inda Gallery aus Budapest mit einem exemplarischen Überblick über die ungarische Fotografieszene, der museales Flair in die Messehallen bringt. Eines der beliebtesten Fotomotive, vor dem sich die Besucher bei der Vernissage ablichteten, war die große Spiegelwand des Künstlers Gary Webb. Das Werk „Split“ begrüßt die Besucher der Sonderschau „Some Like It Cool“. Mit ihr feiert das Schauwerk Sindelfingen, das Privatmuseum des Sammlerpaares Peter Schaufler und Christiane Schaufler-Münch, auf der „art Karlsruhe“ den fünften Geburtstag.

Hochwertige Editionskunst von Künstlerstars – darunter Marc Chagall, Salvador Dalí, Tom Wesselmann, Ed Ruscha und Damien Hirst – sind bei der Galerie Jeanne (München) vertreten. Auf ikonische Porträtfotografien in Schwarzweiß setzen in Halle 1 sowohl der Münchner Galerist Stephen Hoffman mit Silbergelantine-Prints von Terry O‘Neill (Brigitte Bardot, David Bowie, Audrey Hepburn) als auch Persiehl & Heine aus Hamburg mit Werken von Robert Lebeck (Maria Callas, Klaus Kinski, Romy Schneider). In Halle 2 betört die tanzende Skulpturengruppe von Beate Debus auf dem Skulpturenplatz von Die Galerie (Frankfurt). Für Furore sorgt die Galerie aber auch mit einem Bild von K. O. Götz, der 1958 in Venedig gezeigten Biennale-Arbeit „Stördö“ (370.000 Euro). Michael Schultz (Berlin, Seoul, Beijing) setzt Annette Merrilds delikate Self-Bonding-Fotografien mit profanem Kaffeegenuss in Beziehung.

In Halle 3 befinden sich die Galerien der Klassischen Moderne, beispielsweise Fischer Kunsthandel & Edition (Berlin), Ludorff und Schwarzer (beide Düsseldorf), die allesamt Werke auf Museumsniveau in Karlsruhe anbieten. Henze & Ketterer (Wichtrach / Bern) zeigt Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Waldinneres (Bergwald)“ von 1919/1920 – mit 2,8 Millionen Euro eines der teuersten Objekte der Messe. Die dm-arena wartet mit über einem Dutzend neuer Galerien auf. Mit von der Partie beispielsweise Gallery Tableau (Seoul), Jean Greset (Besançon) oder Anna Jill Lüpertz (Berlin). Sie alle geben in diesem Jahr ihren Einstand auf der „art Karlsruhe“, die noch bis zum So, 8.3. mit Werken von 210 Ausstellern aus elf Ländern lockt. -ps

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