„art Karlsruhe“ schließt mit Bestmarken

Kunst & Design // Artikel vom 11.03.2012

Über 48.000 Besucher zählte die „art Karlsruhe“ 2012.

Ein Plus von 3.000 im Vergleich zum Vorjahr, dazu Umsätze in Millionenhöhe, hochkarätige Exponate sowie ein fachkundiges Publikum prägten die neunte Ausgabe der internationalen Kunstmesse. „Es ist uns ein weiteres Mal gelungen, neue Käuferkreise zu erschließen“, freute sich Messechefin Britta Wirtz. „Außerdem konnten wir unseren geografischen Radius enorm erweitern, allein die Hälfte aller Erstbesucher reiste weiter als 100 Kilometer an, um das Angebot wahrzunehmen.“ Aus dem Ausland kamen auch 30 der 222 Aussteller. Allein Bennet Vertes (Zürich), der mit Arbeiten von Serge Poliakoff, Antoni Tàpies und Andy Warhol vertreten war, machte Umsatz in Höhe einer dreiviertel Million Euro.

Bestnoten für die „art Karlsruhe“ gibt es auch von den Ausstellern: In einer Befragung zeigten sich 80 Prozent mit ihrem Geschäft sehr zufrieden. „Unser Motto ‚Sehen und Sammeln‘ ist aufs Schönste bestätigt worden“, bilanzierte Kurator Ewald Karl Schrade. „Die großzügige Messearchitektur mit ihren säulenfreien und lichtdurchfluteten Hallen bietet der Kunst reichlich Raum und ermöglicht starke Seherlebnisse. Das wird honoriert und schlägt sich nicht nur in erfreulichen Besucherzahlen nieder, sondern auch in den vielen erfolgreichen Abschlüssen.“ Das positive Ergebnis zeichnete sich bereits während der Preview und des Eröffnungsabends ab. Die Verkäufe der Galerie Schlichtenmaier aus Stuttgart beispielsweise durchbrachen bereits am zweiten Messetag die Millionengrenze.

Klaus Gerrit Friese, Stuttgart, überzeugte mit seiner One-Artist-Show – Tatjana Doll gewidmet – nicht nur zahlreiche Besucher, sondern auch die Fachjury des „art Karlsruhe-Preises“. Über 15.000 Euro freute sich der Galerist gemeinsam mit seiner Künstlerin. Als absolute Attraktionen hatten sich auch die beiden Sonderschauen der „art Karlsruhe“ erwiesen: Mit Werken aus den Sammlungen Marli Hoppe-Ritter und Gunter Sachs waren zwei Positionen der Kunstgeschichte zu sehen, die kaum gegensätzlicher sein konnten. Etwa die „Hommage an das Quadrat“ von Josef Albers und die knalligen Pop-Art-Werke Andy Warhols. Für letztere begeisterte sich auch Günther Netzer, der als langjähriger Freund der Familie, gemeinsam mit Rolf Sachs über die Messe bummelte.

Mit zwei anspruchsvollen Diskussionsrunden präsentierte sich das „Artima art Meeting“ in neuem Format. Moderiert vom Kunstjournalisten Hans-Joachim Müller stritten der Kunst- und Medientheoretiker Bazon Brock, der Professor für Kunsttheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, Wolfgang Ullrich, sowie Leni Hoffmann, Künstlerin und Professorin an der Außenstelle Freiburg der Karlsruher Akademie über den Geniebegriff. Tag zwei des Forums verhandelte den „Künstler als Marktteilnehmer“. Beteiligt waren die Kunstmarkt-Expertin Piroschka Dossi, der Galerist Christian K. Scheffel sowie der Maler Bernd Koberling. Die zehnte „art Karlsruhe“ findet vom 7.-10.3.2013 statt. -ps/pat

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