Aufstand der Dinge im Berliner Block

Kunst & Design // Artikel vom 04.03.2009

Ein Handy, das läuft, ein feixender Aschenbecher, in grellbunten Farben entwi­ckeln die Dinge bei Jim Avignon ein munteres Eigenleben.

Der bekannte Pop-Art-Künstler Jim Avignon hat exklusiv das Titelbild des aktuellen INKA Stadtmagazins gestaltet und wird von der Berliner Galerie SAKAMOTOcontemporary vertreten, die beim „Berliner Block“ auf der art mitmacht.

Galerieinhaber Oliver Zimmermann ist seit über zehn Jahren als freier Grafiker und Möbeldesigner tätig. Seine Geschäftsführerin, die Künstlerin Mariko Sakamoto, leitete zuvor zwei Jahre die Asperger Gallery in Berlin Mitte. Schwerpunktmäßig zeigt die in Kreuzberg ansässige SAKAMOTOcontemporary Galerie Zeichnung, Video, Video-Skulptur, Installation, Film/Fotografie. Sie gehört zu den wenigen Ausstellern, die interaktive Werke (u.a. von Costantino Ciervo) anbieten. Mitmachen sollen die Besucher auch bei „Der Aufstand der Dinge“, eine Anfang des Jahres von Jim Avignon bei SAKAMOTO präsentierte Ausstellung.

Seine interaktive Bilderwelt enthält Symbole, Objekte und Roboter, die über Computerspiel-Fernbedienungen und Drehknöpfe animiert werden können. Technisch basiert diese Installation auf Modellbau-Servo-Motoren, Nintendo-Wii-Controllern und vielerlei elektronischen Mikrocontrollern, die Moritz und Kaspar Metz einbauten.

Die Leichtigkeit von Jim Avignons Zeichensprache zieht sich durch sein gesamtes Werk. Den 1966 als Christian Reisz geborenen Maler und Musiker zog es bald von Karlsruhe nach Berlin. Seine Themen sind das Scheitern des Individuums, große wie kleine Katastrophen des Alltags im Zeitalter der Massenmedien und globaler Konflikte.

Hinter der Naivität verbirgt sich scharfer Widerspruch. Anfang der 90er hat Avignon mit Billigkunst provoziert, später mit Lifepaintings die Street Art vorweggenommen. 2004 fertigte er anlässlich der Wiedereröffnung des Berliner Olympiastadions ein ca. 3.000 Quadratmeter großes Gemälde, bekannt ist auch seine Bemalung des längsten erhaltenen Berliner Mauerabschnittes. Er gestaltete Swatch-Uhren, Autos von Rover und illustrierte ein Kochbuch.

Mit seiner „1 Mann Heimelektronikband“ Neoangin brachte Jim Avignon mehrere Alben auf den Markt. Ende 2008 erschien im Ventil Verlag sein Bildband „Trouble with the Aardwaark“. Seit drei Jahren lebt und arbeitet der Autodidakt
in New York. -ub

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