B.C./A.D.

Kunst & Design // Artikel vom 22.12.2014

Nein, kein Schreibfehler!

Hier soll es nicht um die Hardrock-Gruppe AC/DC gehen (falsches Ressort!), sondern darum, wie Lynn Hershman Leeson ihre Arbeiten einteilt: Was sonst die Abkürzung für vor bzw. nach Christi Geburt ist, heißt in ihrer Terminologie „Before Computers“ und „After Digital“. Das passt schon deshalb, weil die US-Amerikanerin als Pionierin der Medienkunst bezeichnet wird. Mit „Roberta Breitmore“ nahm sie den Avatar unserer Zeit in Form einer 30-jährigen Kunstfigur vorweg, die sie minutiös mit einer nachvollziehbaren Biografie ausstattete, ihr Eigenschaften verlieh und auf diese Weise den Betrachter auch dazu aufforderte, Rollenklischees zu hinterfragen.

„Civic Radar“ passt als Untertitel zur Ausstellung, mit der Lynn Hershman Leeson jetzt im ZKM gezeigt wird, optimal. Denn natürlich verfügen wir alle über einen gesellschaftlichen „Radar“, über Antennen, die uns auf einen Blick die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Peer Group verraten, uns in unserer Identität bestärken. In Filmen, Videos, Installationen, Performances, in Medienkunstwerken und Fotografien geht Hershman Leeson Fragen nach Sexualität und Identität nach.

Und obwohl die Ausstellung im ZKM als Retrospektive angelegt ist, obwohl die Künstlerin mit ihren über 70 Jahren nicht mehr direkt als jung bezeichnet werden kann, sind ihre Themen doch absolut aktuell und modern. Parallel dazu zeigt das ZKM über zwei Geschosse verteilt „Gianfranco Baruchello: Certain Ideas“, während nach dem Besuchertag am 6.1. „Ed Sommer. Planetare Allianz“ und „Schl@gfertige Typen“ bereits wieder zu Ende geht. -ChG

Hershman Leeson/Baruchello: bis 29.3., Sommer/Schl@gfertige Typen: bis 6.1., ZKM - Museum für Neue Kunst, Karlsruhe

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