Ben Willikens

Kunst & Design // Artikel vom 15.08.2022

Porträt Ben Willikens vor dem Werk Raum 348, 2003, Schauwerk Sindelfingen (Foto: Frank Kleinbach)

Das Schauwerk Sindelfingen zeigt eine umfangreiche Retrospektive des Malers Ben Willikens (geb. 1939) mit rund 100 Arbeiten aus allen Schaffensphasen.

Er ist bekannt für seine großformatigen Bilder von fiktiven, menschenleeren Räumen in subtilen Grautönen, die wie idealtypische Architekturen der Renaissance wirken. Hauptwerke wie das Abendmahl aus dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt a.M. sind ebenso ausgestellt wie selten gezeigte, surreal anmutende Arbeiten auf Papier der 60er Jahre.

Die eindrückliche Serie der Anstaltsbilder mit beklemmenden Motiven wie Bahren, Badewannen und Ausgussbecken entstand nach einem Klinikaufenthalt des Künstlers im Alter von 30 Jahren; sie wird durch Fotografien und Skizzen erweitert. Ab Mitte der 90er setzt sich Willikens auch mit dem Nationalsozialismus auseinander.

So zeigt „Raum 1614, Orte 2“ das Panoramafenster in Hitlers ehemaligen Wohnhaus in Obersalzberg. Atelier- und Künstlerräume des 20. Jh. u.a. von Piet Mondrian und Kurt Schwitters sind Thema der Räume der Moderne. In diesen Werken verlässt Willikens die strenge Grisaille-Malerei seiner Gegenräume und integriert zunehmend farbige Elemente. Ein Thema sind auch Willikens’ Bühnengestaltungen, die seit Mitte der 80er zu seinem Werk gehören.

Den Abschluss der Retrospektive bildet eine Werkgruppe, die während des Lockdowns im Frühjahr 2020 entstand, sowie jüngst realisierte Gemälde wie „Raum 1628, Melancholia“. Gemälde aus der Sammlung Schaufler werden ergänzt durch Leihgaben aus Museen, Privatbesitz und aus dem Atelier des Künstlers. -rowa

bis 12.2.23, Schauwerk Sindelfingen

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