Beuys Brock Vostell

Kunst & Design // Artikel vom 22.05.2014

Dass Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts ins Museum für Neue Kunst einzieht, ist nur ein scheinbarer Widerspruch.

Denn zum einen werden diese Arbeiten mit zeitgenössischen Kunstwerken kombiniert, zum anderen wirft die Ausstellung einen höchst aktuellen Blick auf das Barock. Bilder werden hier als Kondensat zeitgenössischen Wissens und neuer Technologien aufgefasst, die den Fortschritt damit zu dokumentieren in der Lage sind. In „Mapping Spaces“ geht es darum, die Allianz aus Geodäten, Mathematikern, Instrumentenbauern und Malern sicht- und nachvollziehbar zu machen und damit die frühe Vermessung der Erde anhand von Gemälden aufzuzeigen, die als die ersten Google-Maps-Visualisierungen gelten können.

Spektakulär ist auch die Ausstellung „Beuys Brock Vostell“, die drei Schwergewichte der Performance und des Happening zusammenbringt, bei der ein Starfighter im Lichthof schwebt und die erste theoretische Beuys-Aktion „Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet“, aufgeführt im ZDF-Landesstudio NRW 1964, durch die Fotografien von Manfred Tischer nachvollziehbar wird. Übrigens: Nach dem Rechtsstreit um deren Präsentation ist es das erste Mal, dass die Fotos außerhalb von Schloss Moyland gezeigt werden.

Während eines Symposiums (27./28.6.) wird nochmals theoretisch dem performativen Aspekt der drei Ausnahmekünstler nachgegangen. Spektakulär und sehr empfehlenswert ist auch die Ausstellung „High Performance“ im Medienmuseum: Hier ist erstmals in dieser überblickshaften Breite die Videosammlung der Düsseldorfer Sammlerin Julia Stoschek zu sehen, darunter auch eines der Hauptwerke der Sammlung, die mehrteilige Arbeit von Doug Aitken, die sie vor einigen Jahren ans MoMA nach New York gegeben hatte. -ChG

Mapping Spaces: bis 13.7., Beuys Brock Vostell: Eröffnung: Fr, 23.5., 19 Uhr, 24.5.-9.11., ZKM - Museum für Neue Kunst, Do, Christi Himmelfahrt, 10–18 Uhr

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