Cézanne

Kunst & Design // Artikel vom 28.10.2017

Brüche und Kontinuitäten, Erneuerung und Rückbesinnung.

Bildende Künstler schweben oft zwischen diesen beiden Polen. Auch Paul Cézanne (1839-1906) hat mit seinen Stillleben und lichten Landschaftsbildern, mit seinen Badenden und Porträts, rückblickend gesehen mit seinem Hang zur Vereinfachung (oder besser: Neustrukturierung der Bildelemente) die Abstraktion der Kunst vorbereitet – dabei war er selbst davon überzeugt, dass er die Malerei auf der Grundlage der klassischen Kunst einfach nur erneuert. Die Große Landesausstellung präsentiert Cézannes Werk als eine Einheit.

Statt der Brüche sollen die hinter seinem Werk stehenden Ideen von Geheimnis und der Suche nach dem „Wesen der Welt“ gezeigt werden, weshalb nicht chronologisch oder nach Bildgattungen gehängt wird: Durch das Nebeneinander von frühen und späten Bildern, von verschiedenen Gattungen und unterschiedlichen Schaffensphasen soll der Zusammenhang der Dramatik seiner frühen Figurenbilder mit der Erhabenheit und Dauerhaftigkeit seiner Stillleben sichtbar gemacht werden. Dabei werden auch die Doppeldeutigkeiten in den Blick genommen, die Auflösung fester Strukturen und die Verfestigung weich fließender Formen, wie man es am schönsten in einer Darstellung einer Jacke auf einem Hocker sieht, die an den Mont Sainte-Victoire erinnert, den Cézanne häufig gemalt hat.

Parallel sind im Kupferstichkabinett Werke von Erich Heckel zu sehen: expressive Figuren- und Landschaftsstudien in Feder, Pinsel, Bleistift oder Aquarell, einige seiner herausragenden Holzschnitte und experimentellen Blätter im Tief- und Steindruck. Heckel, Gründungsmitglied der „Brücke“, lehrte von 1949 bis 1955 an der Kunstakademie und hinterließ 1967 einen großen Teil seines zeichnerischen und druckgrafischen Werks der Kunsthalle. -gp

Cézanne: Eröffnung Sa, 28.10., 11 Uhr, bis 11.2., Heckel: bis 11.2., Kunsthalle, Karlsruhe

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