Das Deutsche Musikautomaten-Museum

Kunst & Design // Artikel vom 11.08.2013

Heute, zu Zeiten der musikalischen Dauerberieselung, ist kaum vorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der Musik nur dann zu hören war, wenn echte Menschen zu echten Instrumenten griffen.

Doch schon damals existierte der Traum, Töne zu konservieren. Lange vor Grammophon, Schallplatte und Tonband wurden Musikautomaten entwickelt: Spieluhren, Dreh- und Jahrmarktsorgeln, Orchestrien, aber auch selbst spielende Klaviere und Orgeln. Gespeichert war die Musik auf Stiftwalzen, Platten oder Papierbändern; wiedergegeben wurde sie über einen mechanischen oder elektrischen Antrieb.

Bau und Gestaltung waren eine Kunst für sich, wie das Deutsche Musikautomaten-Museum im Bruchsaler Schloss zeigt: Die Exponate sprechen nicht nur das Ohr, sondern auch das Auge an. Doch am eindrucksvollsten sind die Musikautomaten natürlich in Betrieb, und so werden während der drei täglichen Führungen (11, 14 und 15.30 Uhr) immer um die 30 Instrumente angespielt; man erfährt viel über die Funktionsweise der Geräte, ihre Herkunft und ihre Geschichte – wie die des selbst spielendem Flügels aus Konrad Adenauers Besitz oder jene der Orgel, die eigentlich für die Titanic gedacht war, aber zum Glück für die Nachwelt nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde.

So entfaltet sich eine klangliche Zeitreise in die Salons des 18., die Musikkneipen des 19. und die Kinosäle des 20. Jahrhunderts, und mit der Neugestaltung der Räume, die bis zum Frühjahr 2014 abgeschlossen sein soll, reicht die Ausstellung auch bis in die Jetztzeit – und sogar der iPod schafft dann den Karrieresprung zum Museumsstück! -bes

Deutsches Musikautomaten-Museum, Schloss Bruchsal, Di-So 10-17 Uhr

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