Das ZKM macht „High Performance“

Kunst & Design // Artikel vom 11.04.2014

„High Performance“ – unter diesem Titel zeigt das Medienmuseum die Julia Stoschek Collection, die 2007 erstmals an die Öffentlichkeit trat.

Sie sei geehrt und höchst erfreut gewesen, als im letzten Jahr die Anfrage von Peter Weibel an sie herangetragen wurde, ihre Sammlung in Karlsruhe zu präsentieren; ein großer Herzenswunsch ging mit Einrichtung der Ausstellung in Erfüllung, so Stoschek bei der Eröffnung. Euphorisch stimmte sie auch die Wiederbegegnung mit Doug Aitkens Videoinstallation „Interiors“, die sie vor einigen Jahren dem MoMA in New York schenkte, eine Arbeit, die ebenso begangen werden muss wie die beiden Installationen von Mika Battenberg.

Sinnlich ist die Schau geworden, mit der auf die jüngsten Entwicklungen der Videokunst aufmerksam gemacht wird, die anschließt an „Move On Asia“ und „Ein Sechstel der Erde“, während man der Sammlung eine Öffnung Richtung Ostblock und Asien durchaus wünschen mag. „Vanity And High Fidelity“ ist die Installation von Julia Bornefeld im Subraum betitelt, wo sich der Betrachter selbst auf dem überdimensionierten Plattenteller drehen kann, gleichzeitig aus dem Grammophontrichter mit Klängen beschallt wird.

Wem das eine zu direkte Erfahrung ist, der mag mit GJ Lischka, dem Berner Künstlerphilosophen, gut bedient sein: Die Ausstellung „Present Mind“ zeigt die Schnittstellen zwischen Gedanken, Bildern, Schriften und Personen auf. Organisiert wurde das Projekt aus Anlass der Schenkung seines Archivs und seiner Bibliothek an das ZKM. Und nicht zuletzt: Mit „Mapping Spaces“ zieht barocke Landschaftsmalerei ins Museum für Neue Kunst ein.

Was zunächst als Widerspruch erscheint, wird anhand von über 200 Exponaten widerlegt und gleichzeitig die These aufgestellt (und belegt), dass der frühneuzeitliche Wissensraum durch Handbücher, Vermessungskunde und neue Technologien neu kartiert wurde. Dass dies auch heute noch von Interesse ist, belegen zeitgenössische Kunstwerke, die wiederum technologische Entwicklungen mit unserer heutigen Raumwahrnehmung in Verbindung bringen. Eine Möglichkeit, die sich auch gut an den Holografien aus der hauseigenen Sammlung nachvollziehen lässt, die noch bis August zu besichtigen sind. -ChG

bis 22.6.: Stoschek, ZKM-Medienmuseum; Bornefeld, ZKM-Subraum; Holografie: bis 5.10., ZKM-Medienmuseum; Mapping Spaces/Lischka: Eröffnung: Fr, 11.4., 19 Uhr, Mapping Spaces: bis 13.7., ZKM - Museum für Neue Kunst; Lischka: bis 3.8., Medialounge/Museumsbalkon, ZKM, Karlsruhe

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