Datumsoria & Paik’s Virtual Archive

Kunst & Design // Artikel vom 15.09.2017

Kann man Daten sehen, anfassen, sinnlich erleben?

Drei Kunstwerke untersuchen diese Möglichkeit (oder Unmöglichkeit), die rohe Ästhetik des Digitalen und die maschinellen Prozesse: Liu Xiaodong hat in „Weight Of Insomnia“ ein automatisches System erschaffen, um ständig monumentale Leinwände zu bemalen, indem er gestreamte Daten von drei unterschiedlichen Orten nutzt, als ob der Maler, reinkarniert in einem Roboterbewusstsein, sich durch eine endlose, ruhelose Schlaflosigkeit müht.

Carsten Nicolais Installation „unitape“ verbindet grafische Strukturen, die Lochkarten des frühen Computerzeitalters ähneln, miteinander zu makellosen Bildern und Sounds, zu einer reinen mathematischen Präzision. Und vom Altmeister der Medienkunst, Nam June Paik, wird eine Videoskulptur von 1993 mit dem Titel „Rehabilitation of Genghis-Khan“ gezeigt, in der er nicht mehr der blutrünstige Krieger ist, sondern ein gedankenvoller Fahrer eines alten koreanischen Fahrrads.

Am Fr, 15.9. um 18 Uhr präsentiert Dr. Hanna Hölling vom Institut für Kunstgeschichte am University College London ihr 2017 erschienenes Buch „Paik’s Virtual Archive“, eine umfassende Analyse der Werke des Urvaters der Videokunst, Nam June Paik. -gp

bis 12.11., Buchpräsentation: Fr, 15.9., 18 Uhr, ZKM, Karlsruhe

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