Der Sommer 2019 am ZKM

Kunst & Design // Artikel vom 19.07.2019

Ausstellungsansicht Alberto Biasi, Light Prisms, Cinereticolo spettrale, 1962–1965, ZKM (Foto: Felix Grünschloß)

Mit den Projektionen der Künstlergruppe Xenorama, auf Einladung von Peter Weibel, gestaltet das ZKM die Karlsruher „Schlosslichtspiele“ künstlerisch mit.

Doch auch in den Fabrikhallen ist im Sommer viel geboten: Die Ausstellung „Edge Of Now“ zeigt ungewohnte Perspektiven auf neue Technologien aus der Sicht dreier unterschiedlicher Kulturen: Die jungen Medienkünstler Yang Jian (China), Kim Heecheon (Südkorea) und Verena Friedrich (Deutschland) untersuchen mit künstlerischen Mitteln unsere Wahrnehmung der Umwelt, des eigenen Ichs, von Werten und Lebensstilen und bereichern den Diskurs über unseren Umgang mit Technologie (bis 27.10., Lichthof 1+2). Wie sich die Medienkunst im 20. Jahrhundert die jeweils neue Technik zu eigen gemacht hat, davon erzählt die große ZKM-Jubiläumsausstellung „Writing The History Of The Future“ (bis 28.3.2021, Lichthof 8+9), deren zweiter Teil am Fr, 19.7. eröffnet (18 Uhr, Foyer).

Er erweitert die bislang ausgestellten Exponate aus der 9.500 Werke umfassenden Sammlung des ZKM um die Facetten Videokunst, Holografie, Sound Art und computerbasierte Kunst. Bevor Videotechnik in den Massenmarkt eindrang, wurde sie bereits in den 1960er Jahren künstlerisch verwendet, um alternative Bilder und Welten zu zeigen, die sich in TV und Kino nicht finden ließen. Der Einzug der Computertechnik in die Kunstwelt löste Diskussionen über die Entmenschlichung der Kunst und die Natur der Kreativität aus. Die Sound Art machte Klänge und Geräusche zum Material Bildender Kunst. Der Blick auf die Geschichte der Medienkunst zeigt, wie Künstler die technischen Medien ihrer Zeit nutzen, um die Gegenwart zu reflektieren. Nach 1950 lässt sich hierbei insbesondere die Aktivierung des Publikums beobachten.

Auch in „Writing The History Of The Future“ kann man aktiv werden: Lounges innerhalb der Ausstellung laden zur Diskussion ein, im Ackerspace finden Workshops und Seminare statt und im Bäm-Lab wird getüftelt. Wo die Jubiläumsausstellung eine alternative Geschichte der Kunst im 21. Jhr. erzählt, entwirft die Schau „Negativer Raum“ eine neue Erzählung der Skulptur. Sie macht statt der Kategorien Masse und Volumen Kontur, Leere und Levitation zu den Koordinaten auf der skulpturalen Landkarte (noch bis bis 11.8., Lichthof 1+2).

Den Übergang in den Herbst macht die „Respektive“ zu Peter Weibel: Der künstlerisch-wissenschaftliche Vorstand des ZKM feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Erstmals ist ein Überblick über das Gesamtwerk des Medien- und Konzeptkünstlers zu erfahren, der in den 1960er Jahren mit visueller Poesie und experimenteller Literatur begann, sich weiter in Richtung Performance und dekonstruiertem Film bis zu Closed-Circuit-Videoinstallationen und Computerkunst entwickelte. Die Mechanismen von Denken und Wahrnehmung, das Eigenleben der Apparate und die Verflechtungen von Kunst mit Politik und Ökonomie ziehen sich thematisch durch sein Schaffen (ab 21.9., Lichthof 1+2). -fd

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