Designers In Residence 2022

Kunst & Design // Artikel vom 01.07.2022

Designers In Residence

Drei Monate tauschten Welmoed Bosch (Niederlande), Liina Lember (Estland/Großbritannien) und Nga Ching Ko (China) ihre Wohnorte Rotterdam, London und Hongkong gegen Pforzheim.

Die drei Designerinnen absolvierten das Stipendium „Designers In Residence“, das die Goldstadt in Kooperation mit der hiesigen Hochschule und dem Design Center Ba-Wü jährlich ausschreibt. Bis Ende Juni arbeiteten sie im Emma-Kreativzentrum und in der HS Pforzheim an ihren Projekten.

Modedesignerin Welmoed Bosch entwickelte eine Methode, die den realen physischen Körper als Grundlage nimmt anstatt diesen in Mustern zu abstrahieren. Der Herrenanzug ist für sie beispielhaft, da er nach einem männlichen Ideal modelliert wurde und den Körper in eine optimierte und angepasste Version seiner selbst verwandelt. Die Zeit in Pforzheim nutzte sie, um die traditionelle Anzugfertigung mit ihrer anatomischen Schnittmustererstellung zu kombinieren.

Als Teil eines sozialen Gefüges ist es für den Menschen unvermeidbar, mit anderen in Kontakt zu treten. Schmuckdesignerin Nga Ching Ko beschäftigt sich in ihrer Serie „Inclusion“ – basierend auf ihrer 2021 mit einem „Marzee-Absolventenpreis“ ausgezeichneten Abschlussarbeit – mit den Nuancen des Ungesagten, die es Menschen in ihrem sozialen Umfeld möglich macht, zu interagieren und akzeptiert zu werden. Dabei lässt sie ihre eigenen Erfahrungen einfließen, wie man sich in einem neuen kulturellen Umfeld einzufinden und zu integrieren hat. In Pforzheim macht sie ihre Interpretation von Komplimenten und kulturellen Unterschieden durch ihre Schmuckstücke greifbar und arbeitete dazu mit verschiedenen Materialien wie Metall und Textilien.

Die multidisziplinäre Designerin Liina Lember nutzte den Aufenthalt in Pforzheim, um ihre Arbeit über Beleuchtung in Städten und Farbspektren mit einem Schwerpunkt auf Lichtverschmutzung zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Laut Lember nimmt diese weltweit jedes Jahr um etwa sechs Prozent zu – ein bisher wenig beachtetes, aber allgegenwärtiges Problem, das Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, zirkadiane Rhythmen und auf Ökosysteme hat und häufig mit Energie aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Aus diesem Grund ging sie folgenden Fragen nach: Wie wirkt sich die auf den Menschen abgestimmte Beleuchtung in Städten auf andere Arten und Ökosysteme aus? Welche Rolle spielt dabei das Farbspektrum des Lichts? Und wie können neue technologische Lösungen wie z.B. Sensoren auf die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzer reagieren und bestehende städtische Beleuchtungssysteme revolutionieren? Während des dreimonatigen Stipendiums gestaltete Lember dazu eine interaktive Installation sowie eine Broschüre. -pat

Eröffnung: Fr, 1.7., 19 Uhr, bis 10.7., Do-Sa, 15-19 Uhr, So 11-19 Uhr, Emma, Pforzheim

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