Die Brücke 1905-1914

Kunst & Design // Artikel vom 16.12.2018

Max Pechstein, Das gelbschwarze Trikot, 1910, Brücke-Museum Berlin, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Pechstein Hamburg-Tökendorf

Warum eigentlich „Die Brücke“?

Ganz eindeutig geklärt ist nicht, worauf sich der Name, den sich die moderne Künstlergruppe gegeben hat, bezieht. Er geht auf Karl Schmidt-Rottluff zurück, eines der vier Gründungsmitglieder von 1905 – die anderen waren Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel –, und ist ein Wort, das vielschichtige Assoziationsräume öffnet. Auf zu neuen Ufern?

Ziemlich eindeutig ist, dass die „Brücke“-Künstler zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus zählen und ihre Arbeiten wegweisend wurden. Als solche sind sie ein wichtiger Schwerpunkt der Sammlung Frieder Burda. Die aktuelle Ausstellung in Baden-Baden ist dieser Künstlergruppe gewidmet. Das Team hat es geschafft, neben eigenen Sammlungsbeständen auch Leihgaben aus verschiedenen anderen, auch internationalen, Museen sowie aus Privatbesitz zu versammeln – gerade die letzteren Werke sind sonst nicht öffentlich zu sehen.

Die Ausstellung verspricht somit nach langer Zeit wieder einen geschlossenen Überblick über das Schaffen der „Brücke“-Künstler. Gemeinsam ist diesen Künstlern die Suche nach einem expressiven Farbgestus – holzschnittartig vereinfachte, plakative Formen wurden dynamisch auf die Leinwand aufgetragen, expressiv eben. Ihr Schaffen ist geprägt von existenziellen Erfahrungen in Krisenzeiten – von den Umbrüchen, die das Leben in den sich rasch verändernden Großstädten mit sich brachte, bis hin zu den Spannungen im Vorfeld des Ersten Weltkriegs. Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung der Künstlergruppe von den Anfängen, als sich die beteiligten Maler aneinander annäherten und einen fast identischen Stil annahmen, über das Wiederzurückfinden zu einem individuelleren Duktus bis zur Auflösung 1913. -sk

bis 24.3., Museum Frieder Burda, Baden-Baden

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