Die „Globale“ ist vorbei – es lebe die „Globale“!

Kunst & Design // Artikel vom 31.07.2016

In gewohnt dichter Taktung geht es auch nach dem Ende der „Globale“ weiter, denn die letzten ihrer Ausstellungen laufen auch noch jenseits des offiziellen Finale-Wochenendes, das im Juni stattfand.

Und natürlich werden jenseits der „Globale“ global als relevant erkannte Themen auch weiterhin aufgegriffen und von künstlerischer Seite her beleuchtet. Während „Global Control and Censorship“ Ende Juli noch vor der Kamuna ausläuft, ist „New Sensorium“ in Lichthof 1+2 bis Anfang September zu sehen.

Mit der ersten Solo-Schau des tschechischen Künstlers Milan Grygar mit dem Titel „Sound On Paper“ setzt das ZKM eine lose Reihe fort, innerhalb derer die Grenzbereiche zwischen Musik und Kunst ausgelotet und gleichzeitig Künstler präsentiert werden, die bislang vom Raster der Kunstgeschichte nicht erfasst wurden. Grygars „Architektonická partitura“ (1971) wird anlässlich der Vernissage neu aufgeführt.

Bis zur „Kamuna“ sind innerhalb der Ausstellung „Reset Modernity!“ noch die Module „Allahs Automaten“ und „Der Wiener Kreis“zu sehen. Sie entführen in die Hochblüte arabischer Technologie-Entwicklung bzw. in die Lebendigkeit und geistige Aufgeschlossenheit des Wiens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Innerhalb von „Reset Modernity!“ machen sie deutlich, dass Geschichte eine Abfolge von Begebenheiten ist, die von einem bestimmten Rahmen abhängig ist. So versteht sich denn auch „Reset Modernity!“ als Gedankenausstellung, bei der den Betrachtern Angebote zum Neustart der Moderne gemacht werden vor dem Hintergrund ihrer eigenen Involviertheit in Natur, Umwelt und Umgebung.

Ein gedankliches Experiment ist auch „The Museum Of Oil“, bei dem der Idee Raum gegeben wird, Öl als fossiler Brennstoff habe ausgedient und hätte als Zeichen dessen einen würdigen Platz im Museum erlangt. Ähnlich ist auch die Herangehensweise von Armin Linke, der mit der Öffnung seines Foto-Archivs und der Interpretation von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen das Verdikt dekonstruiert, die Fotografie sei das objektivste künstlerische Medium.

Global Control: bis 31.7.; New Sensorium: bis 4.9.; Grygar: Eröffnung: 22.7., 19 Uhr, 23.7.-30.10., Lichthof 1+2; Allahs Automaten/Wiener Kreis: bis 7.8., Lichthof 8+9, 1. OG; Reset Modernity/Museum Of Oil/Linke: bis 21.8., Lichthof 8+9, EG, Karlsruhe

Zurück

Einen Kommentar schreiben

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL





Kunst & Design // Tagestipp vom 29.02.2020

Wie wenige andere prägten sie die deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts.





Kunst & Design // Tagestipp vom 28.02.2020

Goldene Zwanziger und politische Straßenschlachten, gesellschaftlicher Aufbruch und wirtschaftliche Krisen.





Kunst & Design // Tagestipp vom 26.02.2020

Fast so alt wie die Malerei ist die Frage danach, was sie überhaupt ist.





Kunst & Design // Tagestipp vom 24.02.2020

„Ich fühle mich in der Farbe am wohlsten“, sagte der rheinländische Maler Walter Ophey einmal.





Kunst & Design // Tagestipp vom 21.02.2020

Die komplexen, aus scharfkantig-monochromen Flächen zusammengefügten Kompositionen der Berliner Malerin Tanja Rochelmeyer scheinen architektonischen Ursprungs zu sein und eröffnen vielschichtige Perspektiven der Wahrnehmung.



Kunst & Design // Tagestipp vom 21.02.2020

Der „Hash Award“ prämiert netzbasierte Projekte in Kunst, Technologie und Design.





Kunst & Design // Tagestipp vom 21.02.2020

Bester Freund oder ertragreiches Schlachtvieh?





Kunst & Design // Tagestipp vom 20.02.2020

Natur und Kosmos, spirituelle Ansätze, persönliche Erfahrungen und kulturgeschichtliche Aspekte.





Kunst & Design // Tagestipp vom 20.02.2020

Akademische Lehre ist das eine, die eigene künstlerische Arbeit das andere.