„Die internationale Leitmesse für Kunsthandwerk und Design“

Kunst & Design // Artikel vom 22.05.2011

Am 27.5. öffnet die „Eunique“ zum dritten Mal die Türen.

Bis 29.5. können die Besucher hier hochwertiges Kunsthandwerk und kreative Designprodukte bestaunen, aber auch erwerben. Aus diesem Anlass sprach INKA-Redakteurin Dr. Chris Gerbing mit Britta Wirtz, seit 2009 Geschäftsführerin der KMK, über die Messe und ihre Ausrichtung, darüber, welche Ziele die KMK langfristig mit der „Eunique“ verfolgt, und über das kreative Potenzial Karlsruhes.

INKA: Frau Wirtz, zunächst ein Blick zurück. Wie sind die beiden letzten „Eunique“ -Messen verlaufen und was gibt es im Vergleich dazu Neues in diesem Jahr?
Britta Wirtz: Vom Start weg hatten wir bei der Premiere der „Eunique“ 2009 einen guten Zulauf mit rund 7.500 Besuchern. 2010 haben wir dann eine geografische Ausweitung vorgenommen und die Zahl der Aussteller erweitert. Konkret heißt das: Waren 2009 etwa 230 Aussteller aus elf Ländern vertreten, waren es ein Jahr später bereits 400 Kunstschaffende aus 22 Ländern. In diesem Jahr werden wir die „Eunique“ dagegen nicht erweitern, sondern schauen nochmals stärker auf Qualität. Erneut werden sich wichtige Gestalter der „Top Of Europe“ und Mitglieder von Vessels – Forum der Internationalen Gefäßkunst präsentieren. „Top Of Europe“ sind Künstler, die in den letzten vier Jahren einen Staatspreis in ihrem jeweiligen Land verliehen bekommen haben bzw. die nominiert worden sind durch Verbandsmitglieder des WCC Europe (World Crafts Council Europe). Erstmals sind auch führende Galerien aus Kunsthandwerk und Design vertreten. In diesem Jahr haben wir bereits ein regelrechtes Marketing-Feuerwerk abgefackelt und erwarten – nicht zuletzt deshalb, sondern natürlich auch, weil sich unsere Qualität herumgesprochen hat – einen Zuwachs an Publikum. Wir verleihen außerdem erstmals den Design-Preis der Hoepfner-Stiftung im Rahmen der Eröffnung der „Eunique“ . Der Preis richtet sich dezidiert an Hochschul-Absolventen und würdigt technologische Elemente im Design.

INKA: An wen richten Sie sich denn primär mit der „Eunique“ ?
Wirtz: Zunächst richtet sich die „Eunique“ deutschlandweit und international an eine Fachklientel. Das heißt, wir zielen auf Architekten, Inneneinrichter, Galeristen, aber auch hochkarätige Einzelhändler. Und selbstverständlich richten wir uns auch an den an Kunsthandwerk und Design interessierten Endkonsumenten, den Sammler von Design-Gegenständen und an Künstler selbst. Kurz gesagt: Neben der Fachklientel wendet sich die „Eunique“ auch an die kaufkräftigen Schichten im Umkreis von 200 km um Karlsruhe.

INKA: Wie wählen Sie die Aussteller aus, die sich auf der „Eunique“ präsentieren dürfen?
Wirtz: Seit der ersten „Eunique“ gibt es eine hochkarätig besetzte internationale Jury, die das Qualitätsniveau sicherstellt und letztlich auch dafür sorgt, dass die sich bewerbenden Designer das Quäntchen „mehr“ mitbringen. Wir hatten in diesem Jahr beispielsweise einige Bewerber, die in den letzten Jahren durchgefallen waren, jetzt aber ihre Objekte und ihre Präsentation so stark qualitativ nachgebessert haben, dass sie 2011 aufgenommen werden konnten. Kriterien für die Auswahl durch die Jury sind die Authentizität des Einreichenden, das heißt, dass eine unverwechselbare eigene Handschrift und der individuelle Umgang mit Materialität erkennbar sind. Eine eigene Linie muss für die Jury nachvollziehbar und ein hoher Professionalisierungsgrad erreicht sein. Auszeichnungen und Preise können dafür ein Gradmesser sein, die Künstler müssen sich aber nicht zwingend erfolgreich an Wettbewerben beteiligen, um bei uns eine Chance zu haben. Letztlich muss auch der Lebenslauf, der Werdegang an sich überzeugen.

INKA: Es werden immer wieder Meinungen laut, die „Eunique“ wäre besser in der Stadt, z. B. in der Gartenhalle, aufgehoben. Wie schätzen Sie den Standort für die „Eunique“ ein?
Wirtz:  Der architektonische Rahmen der Messe Karlsruhe ist ganz hervorragend zur Designpräsentation geeignet. Der Rahmen sollte auf jeden Fall nicht museal sein, denn die ausgestellten Dinge sollen ja zum Erwerb animieren. In der Gartenhalle wäre inzwischen schlicht das Volumen überschritten. Man muss aber auch ganz klar sagen: Als wir mit der „Eunique“ an den Start gingen, hatten wir den Designern die Gartenhalle zur Präsentation auch vorgeschlagen, und die haben sich schlicht geweigert! Im Nachhinein denke ich, dass die Entscheidung für die Messe Karlsruhe genau richtig gewesen ist. Die Schönheit und Eleganz der präsentierten Arbeiten spiegelt sich in der Schönheit der Hallen wider. Viel wichtiger als die Raumfrage finde ich allerdings, dass eine Vernetzung mit der Stadt Karlsruhe stattfindet, dass die „Eunique“ nicht wirkt wie von einem anderen Stern. Wir sollten vielmehr die „Eunique“ zum Anlass nehmen, uns als „Design-Stadt“ zu profilieren. Dazu trägt die HfG in diesem Jahr aktiv bei: Im Rahmen des Interreg-Projekts „Design am Oberrhein“, einem Zusammenschluss verschiedener Hochschulen, Institutionen, Messeveranstalter und der Industrie wird auch die HfG auf der „Eunique“ vertreten sein. Parallel findet in Karlsruhe an verschiedenen Spielstätten das 3D-Festival „Beyond“ statt, u.a. auch in der HfG. Aus diesem Grund wird der Messe-Shuttle nicht nur den Hauptbahnhof anfahren, sondern auch die HfG. Dort wird es dann auch eher experimentell zugehen.

INKA: Von Anfang an verstand sich INKA als Förderer der Karlsruher Kreativszene. Aus diesem Grund wird INKA eine Neuauflage der KulturZeitRäume in der Karlsruher Innenstadt unterstützen. Dabei sind u. a. eine „Lange Nacht der UniKAte“ und eine UniKAte-Party geplant. Was halten Sie davon?
Britta Wirtz: Ich finde es unglaublich prima, wenn sich der Standort öffnet, eine schöne Entwicklung! Parallel zur „Eunique“ findet erstmals in der Gartenhalle die „Nadelwelten“-Messe statt, eine Gastveranstaltung, die aus der Patchwork-/Quilting-Ecke kommt. In der HfG dreht sich dann im Rahmen des 3D-Festivals „Beyond“ alles um zukunftsweisende Technologien – eine spannende Ergänzung, die sich in das Portfolio der vielfältigen Kreativwirtschaft ausgezeichnet einreiht und Karlsruhe als Kreativstandort ausweist. Es wäre doch toll, wenn – auch in Zusammenhang mit der Initiative „KulturZeitRäume“ – das „Eunique“ -Wochenende als „Wochenende für Kunsthandwerk und Design“ wahrgenommen würde. Intuitiv hatte ich von Anfang an gesagt, dass Karlsruhe ein exzellenter Standort für die Kreativwirtschaft ist. Das hat sich zwischenzeitlich bestätigt durch eine Fraunhofer-Studie. Sie ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt – sehen Sie sich nur an, was sich im Ostaue-Park und beim alten Schlachthof-Areal alles tut. Ich finde, es ist die absolut richtige Entwicklung, die wir mit Messen wie der „Eunique“ als KMK unterstützen. Und wenn ich das Engagement in der Stadt so ansehe, dann tut sich auch einiges in puncto Vernetzung.

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