Die Kinder des Winterkönigs

Kunst & Design // Artikel vom 14.10.2019

Louise Hollandine von der Pfalz, Sophie von der Pfalz als Indianerin, 1645, Foto: Sammlung der Fürsten zu Salm-Salm, Wasserburg Anholt

Kurfürst Friedrich V. baute das Heidelberger Schloss aus, ließ den Hortus Palatinus anlegen und heiratete eine englische Prinzessin.

Aber dann nahm er 1619 die böhmische Königskrone an, verlor die erste Schlacht des Dreißigjährigen Kriegs, ging ins Exil und starb früh, als „Winterkönig“ verspottet. Seinen Kindern, deren Leben so facettenreich wie spannend ist, widmet das Kurpfälzische Museum eine große Ausstellung: Der Feldherr, Pirat, Erfinder und Künstler Ruprecht machte als „The Last Cavalier“ und Admiral in englischen Diensten Karriere, die älteste Tochter Elisabeth wurde Philosophin und Äbtissin in Herford, sie korrespondierte u.a. mit René Descartes, der ihr sein Hauptwerk widmete.

Louise Hollandine war als Künstlerin eine hochbegabte Schülerin des berühmten Malers Gerrit van Honthorst, sie wurde Äbtissin des Klosters Maubuisson, und Sophie, die jüngste Tochter und geliebte Tante und Briefpartnerin Liselottes von der Pfalz, heiratete den Kurfürsten von Hannover und wurde so die Mutter des ersten englischen Königs aus dem Haus Hannover. Mit wertvollen Gemälden und Grafiken, Medaillen und kunsthandwerklichen Objekten verdeutlicht die Ausstellung den europäischen Rang Friedrichs V., seiner englischen Gemahlin Elizabeth Stuart und ihrer 13 Kinder. -gepa

bis 16.2., Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg

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