Digital zur Malerei: Der Sparkassen-Kunstpreis 2014

Kunst & Design // Artikel vom 12.04.2014

Der diesjährige Sparkassen-Kunstpreis forderte die Kunstschaffenden zur aktiven Auseinandersetzung mit den (neuen) Medien auf.

„Dialog der Medien“ hieß der Untertitel. 306 Künstler waren dem Aufruf gefolgt, 60 Kunstwerke waren in der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle zu sehen und machten deutlich, wie unterschiedlich das Thema aufgefasst werden konnte. Sowohl Frank Mentrup als auch Pia Müller-Tamm betonten, dass durch die Neuen Medien eine entscheidende Veränderung der Kunst hervorgebracht worden ist und der Austausch schon lange stattfindet.

In Karlsruhe bestens verortet ist dieser Dialog der Medien natürlich im ZKM, und so verwundert vielleicht auch nicht, dass die Jury mit Sascha Kaysers „Unfertig I“ ein Selbstportrait auf den dritten Platz hob, bei dem – vergleichbar dem „Autoportrait“ von Robotlab – ein KUKA-Roboter den Maler beim Malen malt. Digital am Rechner entstanden, dort vorcollagiert, ausgedruckt und zerschnitten, aufgeklebt und übermalt, sind beide Elemente, die digitale und die analoge (Künstler-)Welt vorhanden.

Das ist auch bei Rudolf Schneider (2. Preis) der Fall, der mit „Fingerhut XII – Babylon“ die Jury überzeugte. Seine Blütendolden erinnern an streng in Reih und Glied aufgestellte Soldaten, mit dem Verweis auf Babylon überhöht er sie zusätzlich. Trotzdem bleibt diese Arbeit, wie auch jene des Gewinners, Michael H. Rohde, an der – durchaus fantasievoll gestalteten, aber doch recht glatten – Oberfläche. Auch der Berliner Rohde arbeitet mit dem Perspektivwechsel, zeigt An- und Einsichten, die nicht recht zur Alltagserfahrung passen wollen.

Aber das tatsächlich konsequenteste Bild hat dieses Jahr der mit einem Ankauf geehrte Karlsruher Andreas Lau gemalt – ja, tatsächlich, traditionelle Malerei, bei der zum Erkennen des Motivs aber die Handy-Kamera nötig ist, sonst bleibt das Bild dem pixeligen Zeilenaufbau des Fernsehers vergleichbar. Lau gestaltete im Februar 2014 das Cover des INKA Stadtmagazins zur art Karlsruhe. –ChG

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