Eigentlich nicht weit auseinander

Kunst & Design // Artikel vom 04.12.2015

„Welten“ ist die Ausstellung betitelt, mit der die Keramikerin Susanne Ring und der Tütenkünstler Thitz zusammen präsentiert werden.

Zwei zunächst unterschiedliche Welten, die aber über das Thema „Beziehung“ zueinander finden. Susanne Rings locker im Raum gruppierte Männchen bieten sich in ihrer archaischen Darstellung, den großen Köpfen, flachen Körpern und spindeldünnen Extremitäten als Reflexionsebene für menschliche Gefühle an. Ihre Figuren erinnern in ihrer Machart ein wenig an die Plastilin-Figuren von Nathalie Djurberg, wobei Ring darauf verzichtet, verschreckend-verstörende Szenarien zu entwerfen. Bei ihr muss sich der Betrachter auf das Miteinander der Figuren einlassen, auf sie zugehen, um die zwischenmenschlichen Komponenten herauszulesen.

Ähnlich verhält es sich bei den Wimmelbildern von Thitz, der utopische Städte im Kleinformat entwirft. Denn auch wenn er ausweislich des Titels „London, New York, Tokio“ portraitiert, handelt es sich doch um sehr freie Adaptionen, in denen „die Stadt“ ein Eigenleben zu führen beginnt. Für Landau hat er mit den bemalten Tüten der lokalen Bürgerschaft eine Installation realisiert, die die Wein-Stadt jetzt endgültig in den Rang einer Kunst-Stadt hebt. -ChG

Eröffnung: Fr, 4.12., 20 Uhr, 5.12.-17.1., Kunstverein Villa Streccius, Landau

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