Ein Meeting dreier Häuser

Kunst & Design // Artikel vom 18.01.2016

Es ist eine Ausstellung, die quer zu den gängigen Formaten organisiert ist, die einen neuen Blick auf die hauseigene Sammlung gewährt und zu ganz überraschenden Einsichten führt.

„Ich bin hier!“ zeigt am Beispiel dreier Partnerinstitutionen – der Karlsruher Kunsthalle, den National Galleries Edinburgh und dem Musée des Beaux-Arts in Lyon –, dass ähnlich aufgestellte Häuser zu glücklichen Kooperationen kommen können. Und dass wir trotz des europäischen Zusammenrückens einen sehr nationalen Blick auf Kunst und Künstler haben. „Jemand wie Kirchner ist in Schottland weit weniger bekannt als bei uns und spricht das dortige Kunstgefühl auch deutlich weniger an als die Neue Sachlichkeit eines Schnarrenberger“, weiß Kurator Alexander Eiling zu berichten.

140 Werke zeichnen entsprechend viele Geschichten in allen Medien nach, die die Kunst seit dem Barock aufzuweisen hat. Die Schau erzählt damit vom Künstlerselbstbildnis als dessen erstes und billigstes Portrait, mit dem aktuelle Moden und die Breite menschlicher Gefühle dem potenziellen Auftraggeber nahegebracht werden konnten, von Grüßen aus der Ferne aus den Zeiten vor der Fotografie und davon, dass der Künstler auch im Selbstporträt hinter sein Werk zurücktreten kann, selbst kollektive Selbstbildnisse möglich sind.

Aber auch die politisch gemeinte Versicherung „ich bin noch da“ im Sinne von „ihr kriegt mich nicht unter“ wird mit den Selfies von Ai Weiwei thematisiert. Flickka, die Bürgergalerie, die aus dem ZKM bekannt ist, schafft den gedanklichen Rahmen und bietet zugleich die Möglichkeit, sich selbst im Portrait zu verewigen. -ChG

bis 31.1., Kunsthalle Karlsruhe

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