Erwin Gross

Kunst & Design // Artikel vom 12.12.2019

Bekannt ist der Maler Erwin Gross, Professor an der Karlsruher Kunstakademie und von 2000 bis 2012 Rektor, vor allem mit großformatigen Bildern.

Seltener gezeigt werden seine Papierarbeiten, Gouachen und Collagen, die jetzt in der Städtischen Galerie in einer Sonderausstellung zu sehen sind. Es sind Werke aus den vergangenen drei Jahren, eher kleine Kompositionen, die sich durch eine atmosphärische, poetische Leichtigkeit auszeichnen. Sie changieren zwischen Landschaft und Abstraktion, lassen an Pflanzen oder Architektur denken, sind aber nur angedeutet.

Es sind meist stille Arbeiten, die den Besucher der Ausstellung in ihre eigene innere Welt führen, die geringere Größe der Werke schafft dabei auch eine größere Intimität zwischen Werk und Betrachter. Gross’ Themen von Künstlichkeit und Natürlichkeit, Annäherung und Distanz werden hier besonders deutlich. Wie in seinen mächtigen Gemälden zeigt sich auch in seinen kleineren Papierarbeiten seine weit ausgreifende Kreativität und die gestalterische Offenheit.

Immer wieder ist das Material sein Ausgangspunkt, verlaufende Farbseen, die Haptik des Papiers, die verschiedenen, glatten, verschlossenen oder rauen Oberflächen oder die unterschiedlichen Weißtöne des Malgrunds. Gross malt mit Pinseln, Quasten, Schwämmen oder Textilresten, die jeweils andere Strukturen erzeugen, benutzt vor allem tonige, zurückhaltende Töne in grau, grün oder braun, die er mit knalligen Akzenten kontrastiert. -gepa

Erwin Gross, „Auf Papier“, bis 13.4., Städtische Galerie Karlsruhe

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