Eva Rosenstiel & Ralf Cohen

Kunst & Design // Artikel vom 22.03.2019

Eva Rosenstiel, aus der Serie „cloud“, 2016-18 (links), aus der Serie „Kokarden“, 2018

Bäume, die im Himmel schweben, großformatige wuchtige Installationen, eine Mischung aus naturalistisch, altmeisterlich wirkende Ölmalerei, die aber keine Gemälde sind, sondern größtenteils auf Kunststoffplatten gedruckte und übermalte Fotografien, die wiederum raumfüllend zueinander komponiert und gebündelt sind.

Eva Rosenstiel, in Hüfingen geboren und Meisterschülerin von Peter Dreher, dessen legendäres Atelier sie übernommen hat, geht in ihrem Werk oft von Fotografien aus, die sie bei Besuchen in Rastatt oder Paris macht. Die persönlichen Erinnerungen an diese Orte sind ihr wichtig, in vielfältigen künstlerischen Ansätzen verarbeitet, übermalt und verfremdet sie diese, verwirrt und öffnet die Wahrnehmung des Betrachters. In der Serie „Kokarden“ handelt es sich um aufgenähte Abzeichen von Uniformen oder Mützen, die sie im Rastatter Museum gesehen hat, kreis- oder kleeblattförmige Rangabzeichen, die von ihr auf großformatige Schwarz-Weiß-Fotos vom Schlosspark aufgemalt wurden.

Nach Rosenstiel zeigt die Fruchthalle eine Retrospektive des Karlsruher Fotokünstlers Ralf Cohen. Auch er arbeitet nach Porträtaufnahmen von Prominenten im Grenzbereich zwischen Fotografie und Malerei, visualisiert in seinen konzeptuellen Arbeiten die Reflexion über die Wahrnehmung und die Erwartungshaltung an die Kunst, die er zu hinterfragen versucht, um so einen neuen Blick auf die Welt zu gewinnen. Seine Fotos sind Schichtungen und Ablagerungen eines langwierigen Transformationsprozesses. Im Prozess von Belichtung, Entwicklung und Fixierung, von Nachbearbeitung und Experiment verändert sich sein Werk und der Blick auf die Welt. -gepa

Eva Rosenstiel bis 10.3.; Ralf Cohen, Eröffnung: Fr, 22.3., 19 Uhr, bis 21.7., Städtische Galerie Fruchthalle, Rastatt

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