Fast nichts - Schmuck und Gefäße von Ulla und Martin Kaufmann

Kunst & Design // Artikel vom 12.07.2019

Gold, 2002, Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau, Foto: H.P. Hoffmann

Müssen Schmuckketten eigentlich immer einen Verschluss haben?

Das haben sich Ulla und Martin Kaufmann gefragt. Mehr noch, sie sagen: „Es war uns von Anfang an lästig, Verschlüsse zu machen. Wir wollten die gleiche Qualität des Tragens der Schmuckstücke, aber eben ohne einen Verschluss.“ Aus dieser Idee heraus haben die beiden Hildesheimer Schmuckdesigner Stücke aus sehr dünnen Bändern entwickelt. Ihr preisgekrönter Halsreif „Fast nichts“ etwa schmiegt sich wie ein mehrfach geschwungenes Band um den Hals und hält allein durch die Form seiner Biegung. Die Kreationen der Kaufmanns, die seit fast 50 Jahren Schmuck und Gegenstände fertigen, sind formal präzise, handwerklich auf höchstem Niveau und ohne Schnörkel zur absoluten Reduktion geführt.

Viele ihrer Arbeiten wurden ausgezeichnet und sind in den großen deutschen und internationalen Museen zu finden. Ob Kerzenständer, Besteck, Halsschmuck oder Ringe: Das Paar entwickelt einzigartige Silber- und Goldschmiedearbeiten aus einfachen Formen, die sie zur Perfektion bringen – und dies tatsächlich fast immer in partnerschaftlicher Arbeit von Anfang bis Ende gemeinsam. Inspirationen finden sie etwa bei Richard Serra, Eduardo Chillida und Donald Judd. Stets ist es dabei die Tendenz zur Einfachheit, die sich durch ihr Schaffen zieht. Ein Querschnitt der Arbeiten von Ulla und Martin Kaufmann ist ab Juli im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen. -sk

Vernissage: Fr, 12.7., 19 Uhr, bis 3.11., Schmuckmuseum Pforzheim, Reuchlinhaus

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