Feministische Avantgarde

Kunst & Design // Artikel vom 17.11.2017

In „Feministische Avantgarde“ präsentiert das ZKM die Rollen der Künstlerinnen der Nachkriegsgeneration in einem bis heute seltenen Umfang.

Die über 400 Kunstwerke der Sammlung Verbund in Wien geben Einblicke in die radikalen, neuen Fragen der Emanzipation der 70er Jahre und beleuchten einen dunklen Fleck der Kunstgeschichte. Als Frauen an Akademien endlich Kunst studieren durften, löste sich die bis dahin passive Rolle der Muse und des Modells auf.

Die Ablehnung traditioneller Vorstellungen verband die Künstlerinnen in ihren Werken, auch wenn sie sich untereinander nicht kannten, und innerhalb kürzester Zeit verschafften sich Frauen auf Demonstrationen und in selbstorganisierten Ausstellungen Gehör. Die knapp 50 ausgewählten Künstlerinnen leisteten Pionierarbeit für Kunstbetrieb und Gesellschaft und spielten mit noch heute relevanten Fragen der Identität und Weiblichkeit. Zahlreiche Künstlerinnen wendeten sich ganz bewusst den neuen Medien wie Fotografie, Film und Video zu und nutzten die Performance als künstlerisches Ausdrucksmittel.

Oft war dann der eigene Körper das Material der Kunst, wobei humorvoll, subtil und provozierend das Bild des Weiblichen dekonstruiert wurde. Während Valie Export, Cindy Sherman oder Martha Rosler einem breiten Publikum bekannt sind, bietet diese Ausstellung die seltene Möglichkeit, einflussreiche Werke von Künstlerinnen wie Katalin Ladik, Nil Yalter, Birgit Jürgenssen und Ana Mendieta zu entdecken. -hju

Eröffnung: Fr, 17.11., 19 Uhr, bis 8.4.2018, ZKM, Karlsruhe

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