Feministische Kunst aus der Türkei

Kunst & Design // Artikel vom 11.04.2019

Leman Sevda Darıcıoğlu (in Kollaboration mit Şevval Kılıç und Derin Cankaya), A Public Monument; Golden Butterflies, 2014, Foto: Burak Serin

Mit zwei Ausstellungen lässt der Badische Kunstverein sein Jubiläumsjahr endgültig hinter sich.

In beiden stehen türkische Künstler im Fokus: „Unspeakable Home, Enchanting Companions“ zeigt eine Reihe von Künstlern, die die realen und die imaginierten Schnittpunkte von künstlerischer Praxis und aktuellen feministischen Positionen in der Türkei aufgreifen, die Anfänge feministischen Denkens und auch protoqueere Fragestellungen. Die verschiedenen künstlerischen Produktionen, die Gegenpositionen zu Debatten und bestehenden Strukturen präsentieren, setzen auf den satirischen Zugang zur Macht. Die Ausstellung wird mit Performances, Filmscreenings und durch archivarische Materialien ergänzt.

Die Ausstellung „Lovers“ der Istanbuler Künstlerin Nilbar Güreş ist die bislang umfangreichste Präsentation in Deutschland und zeigt Arbeiten von 2006 bis heute. In ihrer künstlerischen Praxis stellt Güreş tradierte Rollen- und Geschlechterverhältnisse konsequent infrage und verhandelt mögliche Formen einer Ermächtigung weiblicher und queerer Identität. Sie setzt auf Momente des Widerstands, die nicht radikal, sondern subtil an den Rändern des alltäglichen Lebens spielen. Dabei liegt ihrer Kunst ein spezifischer Humor, eine spielerische Poesie zugrunde, die oft erst auf den zweiten Blick eine konsequente Kritik an gesellschaftspolitischen Konventionen offenbaren. Mit Malerei, Fotografie, Film, Performances, Collagen und Zeichnungen zeigt auch Güreş einen feministischen Blick auf die Türkei. -gepa

Eröffnung: Do, 11.4., 19 Uhr, bis 23.6., Badischer Kunstverein, Karlsruhe

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