Friedrich Kallmorgen

Kunst & Design // Artikel vom 25.04.2016

„Malerei zwischen Realismus und Impressionismus“ lautet der Zusatz zur Ausstellung, die aktuell Friedrich Kallmorgen in der Städtischen Galerie präsentiert.

Seine Malweise könnte auch mit „genau beobachtet, im Atelier komponiert“ umschrieben werden, denn für den Begründer der Grötzinger Malerkolonie, den ursprünglich aus Altona stammenden Kallmorgen, stand nicht die exakte Darstellung des im Freien Gemalten im Vordergrund. Zwar reiste er mehrfach nach Holland und malte dort Seite an Seite mit seinem Lehrer Gustav Schönleber hinreißend schöne Ölstudien.

Anschließend übertrug er sie aber oft im Atelier in großformatige Gemälde, die malerische Freiheit erkennen lassen. Besonders beeindruckend sind seine Schneebilder, von denen zwei Karlsruher Szenen gezeigt werden. Schnee (das weiß jeder, der einmal versucht hat, ihn zu malen) gehört zum Schwierigsten, denn es sind Abschattierungen der Nicht-Farbe Weiß, die gleichzeitig Stimmungsqualitäten vermitteln. Im Vergleich der beiden Bilder gelingt dies besonders gut, denn einmal glitzert und funkelt der Schnee märchenhaft, einmal ist es das typische Karlsruher Gematsche, das Kallmorgen an der Kriegsstraße einfing.

Der alte Karlsruher Hauptbahnhof kommt bei ihm ebenso zur Geltung wie Hamburg in zahlreichen Szenen, so dass der passionierte Kallmorgen-Sammler Rolf Kaletta, aus dessen Sammlung etliche der rund 220 Arbeiten stammen, ihn als „den“ Portraitisten der Hansestadt bezeichnete. Während im Erdgeschoss Ölgemälde und Studien gezeigt werden, wird im 2. Obergeschoss auf den Grafiker Kallmorgen und seine Ehefrau, die Malerin Margarethe Hormuth-Kallmorgen fokussiert. -ChG

bis 26.6., Städtische Galerie Karlsruhe

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